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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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Dann wandte er sich wieder an uns: ,, Einschenken!" Hastig entleerten wir die Flaschen in unsere Aluminium­becher; je drei Mann erhalten eine Flasche.

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zwei-- drei! Fertig! Der alte Trottel dort tut Becher hoch!-- Becher umkehren!"

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Wer in den wenigen Sekunden den Wein nicht hin­unterstürzen konnte und das Gefäß nicht sofort mit der Öffnung nach unten hochhob, riskierte Grobheiten, häufig auch Ohrfeigen und Fußtritte. So war die Weinausgabe regelmäßig eine Zeit der Aufregung und des Schreckens. Es gab unter uns auch Antialkoholiker, aber hier war für sie keine Rettung. Eins, zwei drei und das Volksfest war vorbei. Wenn unsere Wohltäter ein einziges Mal diese Prozedur gesehen hätten, sie würden ehestens ihre so gut gemeinte Hilfsaktion eingestellt haben.

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Ab und zu leistete sich die SS mit uns einen Spaß ganz besonderer Art. Es wurde die Weinration täglich zum Block geliefert, manchmal aber kam der SS- Mann aus Vergeßlichkeit oder aus Absicht zwei, drei Tage nicht zur Weinausgabe. Dann aber mußte der ganze Vorrat mit derselben Augenblicklichkeit restlos und sofort auf Kommando vertilgt werden. Die Folgen lassen sich den­ken. Wir halfen uns schließlich durch eine List, die gottlob niemals entdeckt wurde.

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In den Stunden vor der Weinausgabe entleerten wir einen großen Teil der Flaschen und spendierten den In­halt dem Blockpersonal und anderen Kazetlern. Dann füll­ten wir Wasser in die Flaschen und verkorkten sie wieder sorgfältig.

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Nach Neujahr 1942 gab es keinen Wein mehr. Auch Kakao und Bettruhe, alle ,, Vergünstigungen" waren vor­bei mit Ausnahme unserer Kapelle. Wir dankten Gott , daß uns diese verblieben war.

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