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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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Sinn wir erst im Laufe der kommenden Wochen besser verstehen lernten, meist zu unserem Leidwesen.

Einstweilen schauten wir im Gehen verwirrt dieses eigenartige Getriebe, dann standen wir auf einmal im so­genannten Schubraum, einer weiten Halle, in der ich die gewaltigste Metamorphose meines Lebens durchmachte. Zartgefühl gab es hier keines mehr. Zwei SS - Männer führten offenbar die Aufsicht, schienen sich aber kaum um uns zu kümmern. Dafür nahmen sich einige Häft­linge mit ihrem Capo um uns an. Der Capo war ein grober Kerl, wie wir überhaupt sogleich erfuhren, daß im Lager ein ,, rauher, aber herzlicher Ton" herrsche. ,, Her­unter mit den Klamotten!" befahl der Mann mit der gelben Capobinde am linken Oberarm. Wir mußten uns völlig entkleiden, all unser Eigentum wurde auf einer Liste notiert und kam dann in einen großen Sack. Dann führte man uns nackt durch einige Gänge in das Lager­bad, eine große Halle mit Zementboden und Brausevor­richtungen an der Decke. Alles war uns furchtbar neu, grenzenlos nüchtern und seelenlos.

Man schnitt uns alle Haare vom Körper, kahlköpfig gingen wir aus dem Bad, um nun Lagerwäsche und die

ka 200 Meter lang Häftlingsuniform zu erhalten. Der Capo warf einem jeden

me Schrift in zwei

eine Garnitur vor die Füße, anprobieren oder auswählen ch über die ganze konnte man nichts.

ragend. Viel tau

Die Wäsche war zerrissen, die Zebramontur schon alt

m Appellplatz vor und ganz verschmutzt, die Socken waren aus Fetzen zu­sammengenäht. Ich bin zirka 190 cm groß und die Kleider waren mir viel zu klein. Die Hose reichte gerade bis über

Weg zur Freiheit hrlichkeit, Sauber

rsinn, Wahrhaftig die Knie und ließ die Waden frei, die Bluse konnte ich ten wir auch zum nicht zuknöpfen und ihre Ärmel waren viel zu kurz. sigkeit des Kazets Meine Leidensgenossen mußten bei meinem Anblick

einherklappernde

hellauf lachen. Man sagte mir, daß ich aussähe wie ein

denen Richtungen Zirkuskasperl. Nur war ich augenblicklich nicht so zum

mer schweren Last

, angebrüllt wur

Spaßen aufgelegt wie ein solcher.

Bescheiden sagte ich dem Capo, er möge mir doch etwas

el Geschrei, dessen größere Kleider verschaffen. Höhnisch meinte dieser: ,, Ja,

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