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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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eines so alten Kämpfers direkt als Gotteslästerung er­schienen, und verlor sich angesichts seiner momentanen Lage in hemmungslosen Weltschmerz.

Da erhob sich der Spanienkämpfer Peter B... feierlich von seiner Pritsche und begann unseren Gast anzudon­nern: ,, Sie elende Kreatur wagen es, unseren heißgelieb­ten Führer in so iffamer Weise zu beleidigen, und noch. dazu heute am 13. März, an dem er unser Vaterland befreit hat! Wissen Sie, ich bin hier zwar schon einige Tage in Haft, aber meine Liebe zum Führer ist un­erschütterlich. Ich werde gegen Sie eine Anzeige wegen Beleidigung der Partei erstatten, Sie Volksverräter, Sie Blutordenshochstapler!"

Unser Neuzugang war angesichts dieser hier nicht er­warteten Maßregelung ganz gebrochen und bat händerin­gend, man möge das, was er gegen Führer und Partei ge­sagt, nicht für bare Münze nehmen. Er sei eben stark alkoholisiert und im übrigen ja doch ein zuverlässiger Parteigenosse.

Dann setzte er sich hin und erbrach alles, was er in der vergangenen Nacht in sich aufgenommen hatte.

Ähnliche Episoden brachten manchmal Abwechslung in unseren grauen Alltag.

Etwa zwei Monate nach meiner Verhaftung, das Datum habe ich vergessen, wurde ich von der Gestapo zum zweiten- und letztenmal einvernommen.

Es saßen vier Gestapobeamte an einem Tisch bereit, als ich das Zimmer betrat, und zeigten durchwegs eine unheildrohende Miene. Man ließ mich wieder nieder­

setzen.

Einer entfaltete mit einem höhnischen Blick auf mich einen Papierbogen und fragte dann den Vorsitzenden: Soll ich beginnen?"- ,, Jawohl, Sie können vorlesen." Nun kam ein langes Sündenregister, das mich deswegen

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