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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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Ich hatte nun fast zwei Monate Zeit, über die Noblesse der Gestapo nachzudenken.

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Niemals war mir vorher im Leben der Tag, die Woche| las® i

oder gar ein Monat so endlos lang vorgekommen wie auf Zelle 27 mit dem eingebauten Klosett und der schweren, üblen Luft. Wie freuten wir uns, wenn wir alle zehn Tage einmal in dem mauerumfriedeten Spazierhof im zweiten Stock eine kleine Weile im Gänsemarsch kreis- umlaufen duriten! Da suchten wir die Lungen von allen Düften des Gefängnisses frei zu machen und nebenbei auch mit Schicksalsgenossen von anderen Zellen etwas Fühlung zu bekommen. Das Rauchen war auf den meisten Zellen verboten, aber beim Spaziergang steckte mir manchmal der alte Prior Seitz der Barmherzigen Brüder, der sich schon lange in politischer Haft befand, heimlich eine Zigarre zu.

Die rauchten wir dann in unseremSalon gemeinsam. Einer hatte die Zigarre im Mund, die anderen standen im Kreise und zählten die Züge, die er tun durite, bis der nächste drankam. Auch machten wir uns aus Brot Figuren zu einemDame*-Spiel, in dessen Feinheiten mich mein Zellenchef Peter B... meisterhait einführte. Bücher und Zeitungen waren uns offiziell verboten. Das einzige Gedruckte im Raum war eineHausordnung für Häftlinge an der Wand.$ 1 lautete:Der Deutsche Gruß ist jedem Häftling verboten! Es half mir über man- chen trüben Gedanken hinweg, daß man uns den Geßler- hut von der Stange genommen hatte. Wenigstens eine Freude! N

In der Nacht zum 13. März 1941, dem dritten Jahres- tag derWiedervereinigung Österreichs mit dem Deut- schen Reich, warf man uns gegen Morgengrauen einen schwer betrunkenen Blutordensträger in die Zelle, der mit seinem wilden Geschimpfe eine würdige Einleitung zu diesem Gedenktage lieferte. Er wetterte furchtbar gegen die Partei, die seine Verdienste so schnöde belohnt habe, gab dem Führer Bezeichnungen, die auf den Lippen

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