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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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als ein Jahr hener Schubarres seine Worte. molte mich ein etw ine Zellengenosse ihoferbub" oder eigefängnis in d ereinsgebäude,

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mert, die ja doch der Partei und ihrem Machtapparat kaum viel schaden kann."

,, Oh, da täuschen Sie sich! Der Freiheitsbund schadet der Partei sehr viel."

,, Aber ich war niemals Mitglied des Freiheitsbundes!" Höhnisch lachte er auf: ,, Ihr Pfaffen seid doch eine verlogene Bande! Aber ich werde Ihrem schlechten Ge­dächtnis nachhelfen. Kennen Sie einen Josef Hiebl?" ,, Ja, das ist offenbar mein Nachbarpfarrer." ,, Stimmt! Der ist auch beim Freiheitsbund."

Ich mußte lächeln: ,, Nein, der ist in dieser Sache genau so unbeteiligt wie ich."

,, Soso? Soso?

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Aber glauben Sie ja nicht,

daß Sie uns zu gescheit werden!"

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Er setzte eine ganz verbissene Miene auf und begann zu poltern: ,, Unschuldig wollt ihr sein, ihr sauberen Brü­der, ihr Staatsfeinde, ihr verlogene Brut! Keine Spur von deutscher Ehrlichkeit steckt in euch, ihr Romknechte! Sie, ich sage Ihnen etwas: Wir werden noch mehr Beweise sammeln, und dann machen wir einen Schau­prozeß mit Ihnen; dann werden wir in aller Öffentlich­keit Ihre Verlogenheit an den Pranger stellen, das garan­tiere ich Ihnen."

Offenbar angeekelt, wandte er sich von mir ab, setzte sich an eine Schreibmaschine und beachtete mich nicht mehr, bis der junge Bursche den Kopf zur Türe herein­steckte: ,, Brauchen Sie ihn noch?"

,, Nein, fahren Sie ab mit ihm."

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Heil Hitler !"

,, Heil Hitler !"

,, Sind Sie beim Verhör geschlagen worden?" fragte mich nach meiner Rückkehr ein Zellenkamerad.

Als ich verneinte, war er sehr verwundert. ,, Mich haben sie bei meinem letzten Gestapoverhör in einen Keller­raum geführt und dort windelweich verprügelt. Da sind sie ja vornehm mit Ihnen gewesen."

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