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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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ich kürzlich r Gestapo in - ,, Jawohl!"

für saubere nzig Prozent

le Ihre Klei­asche?

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wir müssen entücher und ehmen!

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t mehr spre­urz die Hand hatten, ver­nn fiel hinter nfzig Monate.

kaum noch ng in einen

meiner An­f war schon

I nur einige t worden sei, irregeleiteter

daß er vor das Gestapo­

enblick mein Turm.

nft eines aus Dann flogen vorüber, eine

- Neben mir mich so lange den Beginn

nns forderte

mich einer auf, ich solle rasch mit ihm zum Dechant gehen, um diesen zu ersuchen, er möge sogleich für mich einen Amtsvertreter bestimmen, damit die alten Weiber" morgen in der Kirche einen Pfaffen hätten.

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So hielt das Auto vor dem Hause des Dechants; ein Beamter ging hinter mir die Stufen zur Kanzlei meines als lieben alten Freundes empor, der ganz betroffen war, ich ihm mit wenigen Worten von meiner Verhaftung be­richtete. ,, Das ist doch unmöglich!" sagte er ,,, was hast du denn angestellt?", Was er angestellt hat?" mel­dete sich im Hintergrund eine zornige Stimme. ,, Ein Staatsfeind ist er! Sagen Sie nur dem Dechant die Wahr­heit!" Dechant Aitzetmüller schüttelte den Kopf: ,, Na, sowas! Haben sie also aus dir auch einen Verbrecher ge­macht." Ich erklärte meinem Vorgesetzten kurz den Sach­verhalt, erhielt die Zusicherung eines Amtsvertreters für Kronstorf , bat noch um eine Zahnbürste und nahm Ab­schied. Herzlich schüttelte mir mein treuer Freund die Hand, und als ich das Zimmer verließ, hörte ich ihn noch mit sich selber reden: ,, Einen nach dem andern sperren sie ein. Da hört sich doch alles auf!"

Wieder klatschte der Schlag des Autos zu und mit Höchstgeschwindigkeit flog es nun dem Ziel entgegen: Gefängnis für mich, Kino und Weinstüberl für meine Be­gleiter.

Zelle Nr. 27

Als ich noch Strafanstaltsseelsorger in Garsten war und dort von Zelle zu Zelle ging, sagte einmal ein alter Sträf­ling mürrisch zu mir: ,, Herr Hochwürden, bildens Ihna ja net ein, daß Sie das verstehngan, was das is, ein­g'sperrt sein. Das is a ganz a eigenes G'fühl, das nur der kennt, den s' a so verschütt' ham als wia mi!"

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Dieses ganz eigene G'fühl" hatte ich tatsächlich zum erstenmal in der Minute, als ich durch das Portal des Gefängnisses in der Mozartstraße geführt und gleich dar­

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