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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
Entstehung
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Einer hielt mir einen Brief entgegen, den ich kürzlich einem Freund geschrieben hatte, und der der Gestapo in die Hände gefallen war:Kennen Sie das?Jawohl! Na also, da sieht man, was ihr Pfarrer für saubere Vögel seid, Staatsfeinde! Ihr gehört zu neunzig Prozent alle eingesperrt! So, nun kehren Sie alle Ihre Klei- dertaschen um! Was ist hier in der Aktentasche? Hm, ein Bild! Das Letzte Abendmahl von Leonardo. Kenne ich. Gut! Es ist schon sechs Uhr und wir müssen fahren. Handtuch, Seife, Kamm, Taschentücher und auch etwas Reservewäsche können Sie mitnehmen! So, und nun: Avanti Savoja!

Mit meinen Hausleuten ließ man mich nicht mehr spre- chen. Trotzdem gelang es mir noch, jedem kurz die Hand zu drücken, und da sie Tränen in den Augen hatten, ver- suchte ich eine scherzhafte Redewendung. Dann fiel hinter mir dröhnend die Haustüre zu für fünfzig Monate. Im Auto hatte ich neben den Gestapoleuten kaum noch Platz. Ich saß mit meiner Handtasche eng in einen Winkel gepreßt und man nahm vorerst von meiner An- wesenheit kaum Notiz. Über mein Pfarrdorf war schon abendliche Dämmerung gesunken und wohl nur einige Ortsbewohner wußten davon, daß ich verhaftet worden sei, Unter diesen war ein Hitlerjugendführer, ein irregeleiteter Junge, von dem man mir später erzählte, daß er vor Freude in die Hände geklatscht habe, als das Gestapo - Auto mit mir davonfuhr.

Mein letzter Blick suchte in diesem Augenblick mein geliebtes Kirchlein mit dem alten, wuchtigen Turm,

Würde ich ihn wohl noch einmal sehen?

Dunkel lag die Zukunft vor mir, die Zukunft eines aus derVolksgemeinschaft Ausgestoßenen. Dann flogen rasch die letzten Häuser des Ortes an mir vorüber, eine Kurve und der Abschied war vorbei. Neben mir schimpfte ein Gestapobeamter, daß man auf mich so lange warten mußte und er deswegen in Linz noch den Beginn des Kinos versäumen werde. Kurz vor Enns forderte

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