und Selbstzweck wird. Oder die Kirche verflacht zu einer kulturellen Wohlfahrtsanstalt mit einem ,, sozialen Evangelium", die tatsächlich hie und da hilft, nicht indes das Heil von Golgatha verkündet.
Die Kirche behält ihre Berufung nur so lange, als sie verlangend ausschaut nach dem Kommen ihres Herrn, da sie Ihn sehen wird, wie Er ist, von Angesicht zu Angesicht. Und in diesem Begehren beweist sie die beste Frucht des Hl. Geistes, nämlich ihre Liebe.
Ein Zeichen solcher Liebe zum Herrn war es auch, als Luther sich wegen der politischen Spannung des Jahres 1530 auf der Coburg aufhielt und da jeden Morgen sehnsüchtig zum Himmel blickte, ob er schon sähe das Zeichen des Menschensohnes. Und von Blumhardt wird berichtet, daß er stets einen Wagen bereit hatte, um jederzeit dem Herrn entgegenfahren zu können. Zwei Beispiele für viele, wie die nachpfingstliche Gemeinde aller Zeiten in ihren wahren Gliedern durch den Blick auf den Tag Christi sich tatsächlich nähren ließ im Glaubensleben.
Zeiten großer politischer und materieller Not, liebe Brüder, wie wir sie erleben, pressen nicht selten den Blick auf die Erde, wo doch Not beten lehren sollte. Da wollen wir, stets erneut durch das Pfingstfest, uns hinweisen lassen auf den Erhöhten, aus dem und in dem wir leben dürfen, selbst in schwerster Zeit. Und auch in den hinter uns liegenden so harten Haftjahren hat Er sich immer wieder bewiesen als der wahrhaft Lebendige, in Seiner Gemeinde Gegenwärtige, dem wir als Dank für alle Hilfe nur eines darbringen können: uns selbst, Ihm zu eigen. Und allem Diesseitsdenken zum Trotz, mögen auch Welt und Irrkirche noch so sehr uns verleiten wollen, laßt uns fest den Blick richten auf den Tag, da das Wesen dieser Welt vergeht
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