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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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sagt, innere Seite des Pfingstwunders kann nicht groß genug gesehen werden. Denn der Jünger verzichtet in dieser Stunde auf den ihm bisher so wesentlichen Blick, den Blick in die Zukunft.

Das große Sehnsuchtsverlangen des Jüngers nach der Zu­kunft des Herrn, das noch den Himmelfahrtstag so stark be­stimmt hatte, schweigt am Pfingsttag. Nicht mehr beherrscht die Apostel das bange oder auch resignierte Fragen nach dem Wann des Tages Christi. Die Eremitenexistenz der kleinen Christengemeinde, die, still ihrer Hoffnung lebend, dem Ende dieses Äons entgegenharrt, hat eine plötzliche Wende gefunden. Und was bislang behutsam im frommen Beter­kreis genährt wurde, erfährt eine bedeutsame Umwand­lung zu dem großen Verkündigungsthema des Petrus, daß Jesus als Christus gestorben, auferstanden und gen Himmel gefahren sei..­

Die bisherige geistliche Lebensbewegung der Gemeinde, die in der Senkrechten sich vollzog, scheint einer Wage­rechten Platz gemacht zu haben. Wo bisher erhobene Hände mühsam mit Glaubensgewißheit sich stets erneut füllen las­sen mußten, da strömt es jetzt in die Breite ,,, und wurden hinzugetan an diesem Tage bei dreitausend Seelen".

Es ist ergreifend, liebe Brüder, mit welcher Geistesge­tragenheit die Jüngerschaft den Lebenseinschnitt, den ja die Geistausgießung bedeutete, ertrug. Und die Jünger wer­den wohl gewußt haben, worum es ging, daß nämlich mit Pfingsten eine Art Zwischenäon eingeleitet wurde, ein Äon der großen Missionstätigkeit, die jedoch das Kommen des Tages Christi hinausschob, sogar unter eine Bedingung setzte, nämlich die Durchführung der Weltmission, wie ja der Herr am Himmelfahrtstage es ausgesprochen hatte. Pfingsten bedeutet Einrichtung der Kirche, die aus dem

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