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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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Verborgene siehet, wird's dir vergelten öffentlich. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Hei­den; denn sie meinen, sie werden erhöret, wenn sie viel Worte machen. Darum sollt ihr euch ihnen nicht gleichen. Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe denn ihr bittet." ( Mtth. 6, 5-8).

Ein Mönch betete viel und bildete sich was darauf ein. Um die Zahl seiner Gebete festzustellen, warf er nach einer jeden dahingebeteten Formel eine Nuß in ein Gefäß. Des Abends war die geleistete Portion gar ansehnlich. Im Schlaf erschien ihm der Herr und sagte ihm, wenn er den Wert seiner Gebete wissen wolle, so möge er die Nüsse öffnen und nachsehen. Er tat's und fand, daß die einen Nüsse hohl, die andern morsch, die dritten wurmstichig und nur ein klein Teil wertvoll waren. Ja, meine Brüder, wollen wir uns nicht zu viel auf unsere Gebete einbilden! Wir sind eben schwächliche Gebilde, und schwach sind auch unsere Gebete. O wie oft, liebe Brüder, habe ich in meiner Gefangenschaft die Schwäche meiner Gebete bedauert, betrauert und be­jammert, ich fühlte mich ganz zerknickt, zermürbt, in den Staub getreten; zuletzt verstand ich nicht mehr zu beten, ich konnte nicht mehr beten. Und in dieser traurigen Lage wißt ihr, woran ich mich erquickt, geklammert und festgehalten habe? O wie danke ich Paulus für seinen Zu­spruch Röm. 8, 26: ,, Der Geist hilft unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sichs gebührt, sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen." Und es blieb mir ein unaussprechliches Seufzen, ein ohnmächtiges Winseln, aber ich glaubte und glaube es fest, daß der Hl. Geist mich, elenden Staub, wo gehörig und wie gehörig vertreten und meiner Schwachheit aufgeholfen hat. Und siehe, ich bin da,

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