erheben
wor Gott
on dem,
Deshalb
ein, treu
S. LOPPE, Wilno
VERSTEHEN WIR ZU BETEN?
Predigt am Sonntag Rogate 1945
urch uns
"
Morituri salutant Te, Domine!" Die
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Sterbenden, die zum Tode Verurteilten, grüßen Dich, o Herr! Ja, Herr, mit betenden Herzen, mit lobenden Lippen und gefalteten Händen grüßen wir Dich an dem ersten vollständig freien Sonntage. Denn um 5.30 Uhr nachmittags des Sonnntags Cantate schlug uns die Stunde der Befreiung und Rettung, der Befreiung von der Hölle des Dachauer Lagerregimes und der Rettung vor dem uns allen drohenden Martertode*).
Und so dürfen wir wohl in diesem Sinne mit Paulus triumphieren: ,, Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum ."( 1 Kor. 15, 55, 5.) Wir sind, gottlob, gerettet, wunderbar gerettet! Wem verdanken wir diese wunderbare Rettung? ,, Ehre, wem Ehre gebührt": den Amerikanern! Aber in erster Linie dem allmächtigen, gnädigen, unendlich guten dreieinigen Gott, den Gebeten zu ihm; ob unseren eigenen Gebeten? das vielleicht am wenigsten, denn ich bin ein unnützer Knecht, ein unwürdiger Mensch! Werden's nicht die Gebete unserer Liebsten gewesen sein deines Weibes, deines Kindes, deiner Eltern, Geschwister, eines in deinen Augen vielleicht gar unscheinbaren Menschen Gott weiß es!
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Ein sonst sehr begabter Pfarrer hatte in seiner Gemeinde viele Bekehrungen, er konnte sich schon etwas einbilden
*) Himmlers Geheimbefehl vom 14. 4. 1945.
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