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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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dächtnis einprägen: Schließe nicht die Augen vor dieser Tat­sache: du bist ein Sünder! Wie könntest du dich überhaupt dem Heiligen nahen, wenn nicht hier auf diesem Altar durch das Blut der Opfertiere deine Schuld reingewaschen würde? Und es ist seine Gnade, daß er sich mit einem solchen Opfer zufrieden gibt und dir sein Heil anbietet, obwohl du noch nichts getan hast, um diesen Reichtum an Liebe und Barm­herzigkeit zu verdienen!

So war es im alten Bunde. Die Christenheit hat an der Stelle der vielen Altäre das Kreuz von Golgatha, das Sym­bol des einzigartigen und unwiederholbaren Opfers, das für die Sünden der Welt dargebracht wurde. Das schlichte Zei­chen versinnbildlicht den Inhalt unseres Glaubensbekennt­nisses. Es spricht uns von der Sünde der Welt, aber gleich­zeitig auch von der unermeßlichen Liebe und Gnade Gottes, die nicht ihr Gefallen am Tode des Sünders hat, sondern will, daß er lebe. Die Heilige Schrift wird nicht müde zu betonen: Gott ist Liebe. Er verläßt nicht die, die auf ihn harren. ,, So spricht der Herr: Siehe, ich will meine Hand zu den Heiden aufheben und zu den Völkern mein Panier auf­werfen; so werden sie deine Söhne in den Armen herzu­bringen und deine Töchter auf den Achseln hertragen"( Jes. 49, 22). Aber warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber?"( 40, 27). Siehe nur da überall diese stummen Steinzeugen der Wahrhaftigkeit der Verheißungen Gottes und der Siegeskraft seines Bei­standes. Also nur nicht zweifeln, nicht verzagen! Sein Arm ist ebenso mächtig, dich und mich aus jeder Betrübnis herauszureißen, wie er unsere Väter errettet hat. Deshalb: Jubilate! ,, Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zu Ehren seinem Namen, rühmet ihn herrlich!"( Psalm 66, 1-2).

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