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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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,, wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch Christi Auferstehung".

Darüber muß ich euch also heute morgen predigen. Wir haben es hier, meine Brüder, mit einem Briefe des Petrus zu tun und darum auch mit den Menschen, an welche er geschrieben hat.

Er nennt sie im Eingang Fremdlinge hin und her in Pontus, Galatien und anderen Gegenden.

Aber das: ,, hin und her" bedeutet mehr als nur zer­streut; es bedeutet auch: leidend unter christusfeindlicher Unterjochung, geschmäht werdend über dem Namen des Herrn, Kreuz und Trübsale tragend.

Aus dem weiteren Inhalt des Briefes lernen wir seine Empfänger kennen: ihr in vieler Hinsicht schweres Leben. Diese Menschen, in solchen bedrängten Umständen, beka­men diesen Brief.

Das erste Wort, der erste Satz, womit Petrus sie an­redet, ist ein großartiger Jubel.

Ob ihre Stimmung demgemäß gerichtet ist, ob sie in ihren Gedanken schon soweit gekommen sind, ob sie über­haupt dafür Empfänglichkeit haben, das wird einfach außer Betracht gelassen. Das findet sich wohl später. Aber, wenn Petrus diese Menschen im Namen des Herrn anredet, so sieht er sie im Gnadenlicht. Ja, ihre unter Schmerz gebeug­ten Häupter sieht er, ihre Not kennt er, versteht ihren Kampf, fühlt sich ein in ihre hoffnungslose irdische Wirk­lichkeit, aber über sie und über ihre Umstände erhebt er das Wort von der Gnadenrealität, und es wird ein mäch­tiges Lied, ein hoher Lobgesang, auf den man nur entzückt horchen kann. Und noch klingt es auch über uns und unser Lager, über alle Gläubigen, wo sie auch seufzen oder wei­

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