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Me
machen! Alte Rechte, die am Ostermorgen neuen Glanz be-
‘kamen.© die Herrlichkeit der Begegnung mit dem auf-
erstandenen Herrn! Maria wollte diesen Augenblick für im- mer festhalten. Sie wollte den Herrn bei sich halten: Jetzt habe ich Ihn und lasse Ihn nicht mehr los! Ist er doch ihr Herr. Wie Petrus auf dem Berge der Verherrlichung den leuchtenden Herrn für sich behalten möchte. So möchte Maria alles andere vergessen: die Welt, den Tod, das Wei- nen, und nur lachen in der Seligkeit der Nähe Jesu . Wir verstehen das alles so gut aus dem Verlangen unseres eigenen Herzens! e
Aber der Herr weist sie zurück.„Rühre mich nicht an.“ Das heißt:„Halte mich nicht fest.“ Er weiß, wie wir sein Werk hemmen können mit unseren oft gutgemeinten Be- wegungen. Aus Liebe zu Ihm versuchte Maria Ihn im Grabe zu halten und wurde dabei ungewollt Bundesgenossin des Todes. Aus Liebe zu Ihm versucht sie jetzt Ihn zurückzu- halten, Ihn ganz für sich in Besitz zu nehmen. Was wäre— wenn es ihr gelungen wäre— aus Thomas und Petrus und den anderen Jüngern geworden, was wäre aus der ganzen Kirche Christi geworden und aus dem Evangelium des Ostermorgens? So blind sind wir aber, daß wir nicht sehen, wie wir selbst immer der Herrlichkeit Gottes im Wege stehen, bis der Herr es uns entdeckt. Nein, Ostern kommt nicht für die eine Hälfte von Gott und für die andere Hälfte von Maria oder von uns her. Mit Maria, mit uns ist es nicht getan, wir bleiben mitten im Tode liegen. Ostern lehrt uns gerade: nicht wir, sondern Christus. Die Freude von Ostern heißt: nicht ich lebe, sondern Christus lebt in mir.
„Halte mich nicht fest.“ Halte mich nicht von meinem Werk zurück. Soll Maria denn wieder weinen müssen?
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