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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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Amen.

Lukas , 23, 46.

S. R. SMILDE, Holland

ES IST GESCHEHEN!

Und Jesus rief laut und sprach: Vater, ich befehle meinem Geist in deine Hände!

Die sieben Worte unseres Heilandes am Kreuz sind alle voller Kraft und Trost. Wir wollen und können keinen Vergleich anstellen. Sie sind ja alle so reich und tief.

Für den Heiland selbst ist da natürlich ein Unterschied; er sagt am Kreuz nie dasselbe, er wiederholt sich selbst nicht, er wird immer tiefer ins Leiden hineingestoßen, immer wei­ter vom Vater ab, die große, schwere Einsamkeit kommt über ihn, das vom Vater Verlassen werden. Er rang mit dem Vater, der ja auch sein Richter war. Ach, das war sein gan­zes Leben so gewesen.

Die Menschen, und seine Jünger zumal, haben ihn nicht verstanden, sie haben ihn alle verlassen. Jetzt hängt er an seinem Kreuz, einsam, völlig isoliert, verlassen bald von Gott und Menschen der Verfluchte, nackt ausgezogen, blutig, verhöhnt, sehet dort den Bräutigam.

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Aber die Braut das bist du, das bin ich läßt ihn allein, versteht ihn nicht! Das muß so sein( o das schreck­liche Muß Gottes!), das muß so sein, wenn er, als ein stilles Lamm, dort so blutig und so bleich zu sehen, hänget an des Kreuzes Stamm, und ringt um meine Seele; er muß verlassen sein, eben weil ich Gott verlassen habe, das ist mein Elend. Er trägt das, er büßt das. So wollen wir ihn heute, am Kar­freitag, hören.

Das war also sein erstes Kreuzeswort: ,, Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun."

CC

Da isoliert er sich selbst, er will den Fluch ganz allein tragen, damit sie, die Welt, du und ich, noch Gnadenzeit

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