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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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dieses Propheten, den man dort für den Messias hielt,- ja wo der Herr selbst in gräßlicher Qual das zerstörte Verhältnis zu Gott, Seinem Vater, beklagt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?", wo das Ganze wie die Einzelheiten nur auf eine Katastrophe hin­weisen, da spricht es sterbend der Christus aus: ,, Es ist voll­bracht." Das Werk ist vollendet.

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Das Werk ist vollendet. Nur einer konnte solch ein Wort aussprechen, ohne daß auch ein Unterton von Hoch­mut mitgeschwungen hätte, nicht im ausgesprochenen Wort, ja aber auch nicht im Tiefsten der Seele. Er war rein von allem Hochmut, frei von Sünde.

Wie so anders ist doch da vom Kreuz her gesehen der Mensch! Wir Menschen wollen stets unsere eigenen Herren sein, und da verlangt voller Stolz unser Herrentum auch nach dem eigenen Werk, das wir geschaffen haben, unserem Werk, das wir geschaffen haben. Das Schlangengeflüster: Ihr werdet sein wie Gott " hat tatsächlich in einer Hin­sicht seine entsetzliche Verwirklichung erfahren: Der Mensch, wir alle, tragen seitdem ein Stück Schöpfer- sein- wollen in ein Säkularismus, der in seiner Emanzipation einst die Sintflut, dann das Auseinanderbrechen des Völker­zusammenhanges am Babelturm mit sich brachte, der schließ­lich den Gog und Magog am Ende der Zeiten gegen die Gemeinde Gottes führen wird. Das eigene Werk, stolz rühmt es der Mensch.

uns,

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sagen wir nun

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Unser Geschlecht hat den Vorzug oder Fluch, Zeuge zu sein eines gewaltigen Aufbegehrens, eines Titanismus, wie ihn jedenfalls die Moderne in dieser Konzentration noch nicht erfuhr. Der Mensch gestaltet sein Leben selbst, sein ganzes Volk, ja ganze Völker; er braucht Gott nicht, kann ihn auch gar nicht ertragen. Der Mensch

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