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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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sein: Gerechtigkeit, Frieden mit Gott, zukünftige Herrlich­keit. Sei ruhig meine Seele, es ist ein Ende der Span­nung, in der du gelebt hast, du kannst dich ausruhen, du hast mehr bekommen als du je erwarten konntest. Als einer, der in Armut und Bitterkeit lebt, vieles Unrecht zu leiden hat, und auf einmal erfährt, daß das alles ein Ende genommen hat: er ist reich geworden, so reich, daß er nie von so etwas träumte. Er ist nicht mehr an diese armen Verhältnisse gebunden, der Weg steht ihm offen in eine Welt, wo es einfacher ist zu leben. Wenn er nun denen begegnet, die ihm so viel Schlechtes getan haben, wie er­haben ist er in dem Moment des Glücks über allen Haẞ gegen sie, wo sein Herz voll Freud und Dankbarkeit, voll Mitleid und Vergebung ist. Das ist der Glaube.

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Es heißt: Wir sind nicht mehr gejagt, wir brauchen nicht mehr verbittert und nervös zu sein. Das Wichtigste ist geschehen und wir sind erlöst von uns selber zuerst.

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Jetzt haben wir endlich Ruhe und Zeit genug, auch für unsere Nächsten Augen zu haben, an ihnen Interesse zu finden. Jetzt hat unser Leben einen Sinn, und wir brau­chen nicht unser Herz dem ersten falschen Propheten zu geben, dem wir begegnen. Jetzt haben wir Zeit genug, unsere Zeit ist Ewigkeit geworden. Jetzt haben wir Zeit, uns die Welt als Schöpfung Gottes dankbar anzusehen, und wenn der Tag für uns nur zwölf Stunden hat, dann des­wegen nur, weil wir nicht Zeit genug haben, alle die Freude zu verteilen, alle von unserer Geduld zu überzeugen, die wir haben.

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Jetzt ist das Schwergewicht unseres Lebens nicht in uns, nicht in diesem Leben, nicht in dieser Welt- das ist die große Befreiung. ob­Wir rühmen uns der Trübsale wohl eine Trübsal eben eine Trübsal ist und bleibt- weil

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