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Dachau : Erlebnisse im Konzentrationslager / von Konrad Wüest Edler von Vellberg
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Inneres bestellt war, und umgekehrt. Einer brauchte den anderen nur anschauen. Entweder gab es zusprechende Worte oder auch, wenn es sein mußte, Worte des Tadels. Karl als der ältere, mußte oft dem impulsiven Vellberg in dessen Interesse die Zügel anlegen, um ihn vor Schaden zu bewahren. Beide machten sich gegenseitig, wo immer sie konnten, kleine Geschenke. Schon bei der ,, Beschaf­fung" freute sich jeder allein, zu zweit beim Schenken freu­ten sie sich dann erst recht gemeinsam. Es darf dabei nicht vergessen werden, was werden, was beide füreinander taten. Beiden drohten nämlich hohe Strafen, wenn die Lagerführung hier­von Kenntnis erhielt. Es stand aber einer für den anderen! Beide wußten, daß dieser schwere Kampf nur zu zweit durch­zustehen war. Der einzelne war nichts! Es kam der Tag, an dem Vellberg vom Lagerführer die Mitteilung erhielt, daß er Weihnachten für vierzehn Tage auf Urlaub fahren dürfe, dann allerdings sich wieder im Lager einzufinden hätte. Seit dem Jahre 1943, dem Jahre der Auflockerung der Zwangsverhältnisse in Dachau , wurde verschiedenen alten Häftlingen ein solcher Urlaub gewährt. Es dürfte jedem verständlich sein, daß Jörrschick ob der bevorstehen­den Trennung ungewollt Tränen in die Augen traten. Weih­nachten rückte näher. Am 22. Dezember 1943 wurde Vell­ berg eröffnet, daß er nicht auf Urlaub fahren dürfe, son­dern zur Entlassung käme! Das Schicksal hatte zwei Men­schen eng zusammengebracht, nun brachte es sie wieder auseinander. Für beide Männer, die miteinander solch Schweres, Furchtbares, Grauenhaftes erlebt hatten, lagen sich in den Armen und weinten still vor sich hin. In Vell­

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