sucht. Von Dachau marschierte er an der Eisenbahnstrecke entlang nach Ingolstadt . Auch dieser wurde nach fünf Ta- gen aufgegriffen, bekam fünfzig Doppelschläge und wurde einem Strafblock zugeteilt.
Der letzte zu erwähnende Fluchtversuch, der eines ge- wissen Humors nicht entbehrt, war folgender:
An jedem Tage fuhr ein großes, mit Jauche beladenes Auto aus dem Lager auf die Plantage. Der begleitende 44- Posten blieb stets vorne neben dem Chauffeur sitzen, wäh- rend hinten die Jauche gepumpt wurde. Das wußten die Häftlinge, die zu diesem Arbeitskommando gehörten. Sie machten sich den Tatbestand zu nutze und füllten das Jauche- faß nur halb voll. Zwei Mann stiegen in das halbgefüllte Jauchefaß. Die Jauche reichte ihnen bis zum Bauch. Nun ging die Fahrt los. Draußen auf den Feldern der Plantage kletterten die beiden Ausreißer aus dem Faß, während der 44-Mann vorne im Auto seinen Dauerschlaf hielt. Kaum war der Wagen fort, trollten sie sich mit viel Gestank in die Umgebung. Doch auch sie wurden wie die meisten alle
aufgefangen und wieder zurückgebracht.
Es war nicht ratsam zu fliehen. Alte Häftlinge, sogenannte alte Lagerhasen, haben solche Absichten auch nie durch- geführt. Die Folge, daß sie sich auch viel freier im Lager


