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Dachau : Erlebnisse im Konzentrationslager / von Konrad Wüest Edler von Vellberg
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Diese Ungeheuerlichkeit ist kaum in Worte zu hüllen. Sie muß in ihrer Grausamkeit immer wieder den Außenstehen­den vor Augen gehalten werden. Männer, die in ihrer Pro­paganda stets die These von Blut und Boden herausstellten, ließen blutsverwandte, stammeseigene Männer jahrelang in diesen dunklen Verließen schmachten. Das ist Wahr­heit, nackte, grausame Wahrheit! Man frage Pfarrer Nie­müller, man frage den Besatzungskommandanten von Tunis und die Herren seines Stabes aus der Zeit der französischen Herrschaft. Sie alle saßen nach ihrer Gefangennahme in Dachau monate-, auch jahrelang in diesen nassen, kalten und dunkeln Löchern. Mögen die körperlichen Strapazen nicht einmal so groß gewesen sein, wie die der Häftlinge, wer aber weiß um die seelischen Leiden und Kümmer­nisse? Allein auf sich und die innere Haltung gestellt, ohne jeden Menschen, der allein durch seine Nähe eine gewisse Wärme bot, ohne jedes Geräusch. Oft glaubten sie nicht mehr auf der Welt zu sein, nur mit einem Astralleib irgend­wo zu vegetieren. Grausamkeit in höchster Potenz wurde an ihnen verübt.

Aus der Vielgestaltigkeit des Strafsystems zum Schluß noch die Darstellung einer Methode, die viele erkranken und manche sterben ließ.

Im Sommer, meist regennassen Sommern wurde den Häft­lingen selten Gelegenheit gegeben, unter die Brause zu kom­men. Im Winter aber wurde es möglich gemacht. Da durf­ten zum Beispiel die Häftlinge vom Block der Hautkranken sich ihrer wenigen Kleider entledigen und splitternackt zum Bad laufen. Kniehoch lag der Schnee, der Weg war

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