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Dachau : Erlebnisse im Konzentrationslager / von Konrad Wüest Edler von Vellberg
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Armen in ihren schweren Holzschuhen in der Kniebeuge über den Appellplatz zu hüpfen. Was die Lungen und die abgemagerten Körper nur irgend hergeben konnten, taten sie. Das Herz pumpte in raschen Schlägen. Der Atem ging kurz. Die Fersen trugen Wasserblasen, waren aufgesprun­gen, näßten, bluteten und schmerzten so, daß heller Wahn­sinn die Opfer packte. Daneben standen die 44- Männer, grinsten höhnisch und warfen den Bedauernswerten sadi­stische Gemeinheiten an den Kopf. Meist waren es Kerle, die in ihrem Leben selbst noch nie gehorchen gelernt hatten, sie gaben Befehl auf Befehl, sie peitschten und quälten ihre Opfer! In den Betroffenen kochte die Rache und schrie es nach Vergeltung!

Die schwersten Leiden, ja selbst unverschuldete Strafen sind schließlich zu ertragen, wenn man ihr Ende absieht. Wehe dem aber, der solchen Qualen während seiner Haft­zeit ausgesetzt ist, ohne das Ende oder die Befreiung zu kennen. Verzweiflung, wahnsinnige Wut, der Schrei nach Rache und zu oft der Wunsch nach Erlösung durch Freitod beseelt die Opfer!

Die bisherige Darstellung der Strafen läßt den Leser bereits erkennen, daß es sich meist nicht um die Sühne für sogenannte Vergehen handelte, daß es vielmehr Ausgebur­ten der Bestialität waren, unter denen die Häftlinge leiden mußten. Im folgenden zeigt sich die Bestrafung der All­gemeinheit als Folge von Vorkommnissen Einzelner. Vell­ berg erinnert sich genau einer Nacht im Januar eines sehr strengen Winters. Beim Scheinwerferlicht fand üblicher­weise der Zählappell statt. Es fehlten zwei Mann. Mit Such­

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