zwei Paar Hosen, zwei Jacken und zwei bis drei Mäntel tragen. Barhäuptig mit kahlgeschorenem Schädel war er so der Sonnenglut ausgesetzt und durfte in dieser Zeit nicht einen Tropfen Wasser zu sich nehmen! Im Winter wurde ihm die gleiche Tortur auferlegt. Als Bekleidung nur Hemd und Unterhose!
Man muß bedenken, daß in dem Abstand der zeitlichen und räumlichen Ferne das Erlebte, mochte es noch so einzigartig und grausam sein, verblaßte, daß Vellberg wie alle anderen Häftlinge keine Aufzeichnungen machen konnte. Die Schilderungen sind also um vieles schwächer, als die verheerende Wirklichkeit war!
Ein weiteres, beliebtes Strafverfahren war das Rollen auf dem Appellplatz. Die Zebraisten mußten sich nur mit der Hose bekleidet auf den Boden legen. Die Arme waren über den Kopf auszustrecken und in jeder Hand mußte ein Porzellan- oder Glasteller gehalten werden. Dann kam das Kommando ,, Rollen". Die Häftlinge mußten sich auf dem Boden wälzen. Natürlich ermüdeten die ausgestreckten Arme rasch. Die vielen kleinen Steinsplitter auf dem Appellplatz riefen auf dem nackten Oberkörper kaum erträgliche Schmerzen hervor. Nach zweihundert Meter Rollen verkrampften sich die Muskeln, die Hände konnten die Teller nicht mehr halten.- Es gab Scherben. Darauf hatten die 44- Männer nur gewartet. Jetzt hagelten Peitschenhiebe! Grausam klatschten die Ruten auf die nackten Oberkörper, die bald mit häßlichen Striemen überdeckt waren. Man gewährte den Häftlingen eine„ ,, Ruhepause" beim Rollen, indem man ihnen befahl, anschließend mit ausgestreckten
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