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Dachau : Erlebnisse im Konzentrationslager / von Konrad Wüest Edler von Vellberg
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In allen Zebraisten ist in diesen Jahren, soweit die kör­perliche Schwächung die geistige Regsamkeit nicht ganz ausgeschaltet hatte, ein Zurechtrücken der Werte und Emp­findungen vor sich gegangen, eine lautlose Vereinfachung und Abhärtung. Das hat sie ganz klar ihre Linien erkennen lassen, die sie einmal eingenommen, auch nicht wieder auf­gaben.

In dem Konzentrationslager Dachau war unter den Häft­lingen die ganze Tonleiter der Gefühle von allerdings nie­dergeschlagener Heiterkeit bis zum Todesernst anzutreffen. Selbstverständlich kam es sehr auf das Innenleben des Häft­lings an. Weltanschauung und Lebensauffassung gaben dabei den Ausschlag, wenn auch nicht abgestritten werden konnte, daß diese von den täglich zu erlebenden Quälereien und Grausamkeiten nicht unbeeinflußt blieben. Es war für Vellberg und Gleichgesinnte darum auch die Liebe zur Natur von in diesen schweren Stunden erhebendem Ein­fluß. Die aufsteigende Sonne wurde an jedem Morgen wie ein göttlicher Befehl empfunden. Vellberg wurde durch das Bewußtsein aufgeheitert, daß die Allgewalt des Nazi­regimes diesen Naturgewalten keinen Halt gebieten konnte. Den Ernst brachte jeder Tag mit sich. Erst nach solchem Erleben mit den Tiefen des Lebens und Leidens gewann der Inhaftierte die Erkenntnis von den Höhen des Lebens und seinen echten Freuden. Diese Erkenntnis wiederum

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