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Dachau : Erlebnisse im Konzentrationslager / von Konrad Wüest Edler von Vellberg
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Handgelenken der über dem Rücken verschränkten Arme. In den Achselhöhlen knackte es, die Muskeln brannten und stachen! Es ist einfach unmöglich, mit dem zur Verfü­gung stehenden Wortschatz diese Höllenqualen auch nur annähernd auszudrücken, was in den fahlen Gesichtern zu lesen war. Schrecken über Schrecken, Qualen über Qualen und Tränen über Tränen! Die abgebrühten Bestien der 44 wurden davon nicht in der geringsten Weise beeindruckt. Im Gegenteil, sie lachten viehisch und bedachten die Be­dauernswerten mit Schimpfworten, Fußtritten und Schlä­gen. Deutsche folterten so Deutsche, die kein anderes Ver­brechen begangen hatten, als mit dem bestehenden Re­gime nicht einverstanden zu sein. Dabei gaben diese Bestien und ihr Anhang vor, die Welt verbessern, die Menschheit gut machen zu wollen. Sie gingen davon aus, daß der Mensch nicht von vornherein Charakter habe, daß man ihn erst, wie Kant sagt, erwerben müßte. Die Erbmasse, die der Mensch mitbringt, vergaßen sie allen entgegengesetzten Äußerungen zum Trotz ganz in der Menschenbehandlung. Sie waren einfach Verneiner alles Guten und teuflisch von Grund auf im Denken und Handeln. Doch irrten sie sich in einem! Sie glaubten nicht, daß die seelische Kraft des ganzen Kerls jedes Maẞ, ja jedes Übermaß an Gewalt über­steht. Sie täuschten sich in der Annahme, die Werte der freiheitsliebenden, guten Menschen, die nicht durch ,, Alles in der Welt" zerstört werden können, ihrerseits zugrunde richten zu können. Solche Naturen kann man wohl töten, ja das kann man mit Gewalt. Man kann ihnen aber nicht ihre Überzeugung und ihre Einstellung zum irdischen Leben

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