blick die erste Mahlzeit. Welche Qualen für die Bedauernswerten, die nie, nie satt wurden. Viele fielen um. Anderen wurde es schwarz vor den Augen, weil sie willensstärker waren. Sie schwankten wie ein Schilfrohr hin und her, doch hielten sie sich. Viele kamen aus der Ohnmacht infolge der vollständigen Auslaugung des Körpers nicht mehr heraus und starben, nur zu viele! Von ihren Kameraden wurde die traurige Last aufgeschultert und fortgetragen.
Schlimmer und grausamer als der Bock war wohl der ,, Baum". Es war mit einem Wort ein Martyrium! Allein der Tatbestand, daß bei einer Filzung am Tore des Lagers oder sonstwie Tabakreste in den Taschen eines Häftlings gefunden wurden, genügte, um an den Baum zu kommen. Den Opfern wurden die Arme auf dem Rücken zusammengepreẞt_und geschnürt. Dann wurde an den Armgelenken ein Seil befestigt und dieses über einen etwa drei Meter hohen Balken geworfen. Ein 44- Mann zog nun den Bedauernswerten hoch und ließ ihn baumeln. Welche Qual! Man versuche einmal seine Arme nach hinten zu führen, die Hände ineinander zu falten und dann die Arme nach oben zu drücken. Ohne eine nennenswerte Höhe mit den Armen zu erreichen, werden sich schnell beachtliche Schmerzen einstellen. Man bedenke, daß die Arme bei der Exekution nicht freiwillig verschränkt und hochgehoben werden, sondern daß sie gefesselt waren und mit Gewalt hochgerissen wurden. Man ließ nun nicht etwa die Gequälten ruhig hängen, nein, man ergötzte sich durch gesteigerte Quälereien, indem man die Baumelnden in die Magengrube trat und sie dadurch hin- und herschwenkte. Das gesamte Gewicht der Opfer hing an den
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