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Dachau : Erlebnisse im Konzentrationslager / von Konrad Wüest Edler von Vellberg
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aus dem Konzentrationslager Stuthof bei Danzig , der selbst dem Kommandanten Weiß etwas über die Nerven ging. Eine Anzahl von rund 150 Zebraisten war von dort im Herbst 1942 nach Dachau auf den Weg gebracht worden. Die 44- Be­gleitmannschaft hatte begreiflicherweise nach dem ihnen geläufigen Empfinden gegenüber Häftlingen keine Neigung, sich mit dem Transport Arbeit zu machen. So übergaben sie den Invaliden den für sieben Tage berechneten Proviant der gesamten Transportdauer und plombierten die Güter­wagen. Die völlig ausgehungerten Zebraisten stürzten sich selbstverständlich gierig darüber her. Die einen wurden so­fort das Opfer dieser Gier und starben an der ungewohnt reichlichen Zufuhr, die anderen wanden sich unter schreck­lichen Schmerzen. Welch schauriger Anblick aber bot sich den Häftlingen beim Öffnen des Wagens, als sie die Inva­liden in Dachau in Empfang zu nehmen hatten! Man zählte vierundzwanzig Leichen. Ein Häftling oder eine Häftlings­leiche fehlte ganz. Einem anderen hatten die Eingeschlossenen Herz, Leber und Partien aus dem Oberschenkel vom Kör­per gerissen und aufgefressen. Von den sofort in das Revier gelieferten starben noch in der gleichen Nacht weitere sechs­undzwanzig Häftlinge! Das Krematorium, die ,, Baracke X" lief auf hohe Touren, der Rauch zog weithin über das Lager. Der Lagerkommandant Weiß leitete zwar eine Untersuchung ein, Vellberg kann aber über den Erfolg dieser Untersuchung nichts berichten. Nun das ändert ja nichts, denn jedem an­ständigen Menschen wird die Tatsache genügen, daß dieses System derartige Unmenschlichkeiten ermöglichte.

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