wände schier unüberwindbarer, tieferer Graben. Außerhalb des stromgeladenen Drahtes floß auf der einen Seite des Lagers ein sechs Meter breiter Bach, während an seiner Stelle auf der anderen Seite sich eine hohe Mauer befand. Zur weiteren Sicherung der Haft standen auf allen Seiten Maschinengewehrtürme.
Trat man durch das Jourhaus mit dem Tor ,, Arbeit macht frei" ins eigentliche Häftlingslager, dann lagen rechter Hand die Wirtschaftsgebäude mit Küche, Wäscherei, Bad und Kammern. Links standen in zwei Reihen die Baracken. Auf der einen Seite die mit geraden, auf der anderen Seite die mit ungeraden Zahlen. Jede Baracke, in Dachau Block genannt, unterstand einem Häftling als sogenanntem Blockältesten und faßte bis zu I 300 Mann. Die 44 hatte jeden Block einem Blockführer zugeteilt. Dieser hatte dem diensttuenden Lagerführer, einem Hauptscharführer, Unter-, Ober- oder Hauptsturmführer Meldung zu machen. Alle unterstanden dem Kommandanten im Range eines Sturmbannführers.
Welche Männer waren denn nun die Patent- Pädagogen, die die Häftlinge durch Arbeit frei machen sollten, welche Eigenschaften hatten sie?
Der einzige als anständig zu bezeichnende Kerl in dieser Reihe war der aus Schwäbisch Hall gebürtige Oberscharführer Leonhardt, der in Friedenszeiten ein Manufakturwarengeschäft geführt hatte. Er tat niemandem etwas zuleide. Vielmals versuchte er zu lindern, wo es ging. Er hatte innere Werte.
Ein gefährlicher Intrigant dagegen war der Oberscharführer Bach, ein ehemaliger kleiner Justizbeamter aus Konstanz . Da
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