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Dachau : Erlebnisse im Konzentrationslager / von Konrad Wüest Edler von Vellberg
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und Äpfel wurden an den Straßenrand gelegt und wo immer es möglich war, den Häftlingen mancherlei zugesteckt.

Die vielen Polen waren meist wegen eines Verhältnisses mit einem deutschen Mädchen ins Lager gekommen. Gaben die Mädchen während des Verhörs zu, aus freiem Willen gehan­delt zu haben, wurden sie auf zwei Jahre mit geschorenen Haaren in ein Lager gebracht. Behaupteten sie aber vergewaltigt zu sein, dann wurden die Polen gehängt, während sie frei ausgingen.

Ein Steinbruch in der Nähe von Welzheim war der Schau­platz solcher Exekutionen. Im Winter 1941/42 lag der Schnee über einen Meter. Auf Holzschuhen ohne Socken, der ständi­gen Fußbekleidung im Sommer und Winter, mußten die Häftlinge den Autos der Herren von der Gestapo den Weg bahnen. Der Galgen, ein Vierkantholz mit einer dreistufigen Holztreppe von einem Holzscheit notdürftig gestützt, wurde aufgerichtet. Stand der Pole nun auf der dritten Stufe und hatte den Hals in der Schlinge, dann stieß einer der Gestapo­leute mit dem Fuß so an das Holzscheit, daß die Treppe dem zu Hängenden unter den Beinen wegrutschte und er ins Seil fiel. Dabei verblieben die Fußspitzen kaum 6 cm über dem Erdboden. Die Fallstrecke war so gering, daß das Opfer sich, ein grausiger Anblick, unter anfänglich wildesten Zuckungen wand, die erst nach Minuten nachließen. Deutlich sah man die furchtbaren Todesqualen. Nach diesen Grausamkeiten be­gaben sich die in Galauniform erschienenen Herren der Ge­ stapo zu einem Festessen. Der bekannte Assistent Wörner und der Lagerführer Eberle waren stets dabei. Vellberg durfte dann den Galgen abmontieren und für weitere Benutzungen zum Lager zurückbringen.

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