die Schläge fielen, verprügelt und dabei von einem Hund in den Hinterteil gebissen. Die Haare wurden geschoren, während der Häftling mit vorgestreckten Armen in der Kniebeuge bleiben mußte. Nach dem Haarschnitt wurde er heftig in den Rücken getreten, so daß er hinfiel und zur Seite rollte.
Niedrig gesinnte, unmenschliche Elemente wie die Wachtmeister Rattke, Sachs und andere ließen ihren verrohten Sadismus an den Häftlingen in einer Form aus, daß man Ausnahmen wie den Maler Epple nicht vergessen kann. Schwerste Arbeit wie Steine zum Straßenbau tragen mußte ohne Rücksicht auf den körperlichen Zustand bei ungenügender Verpflegung in schier undenkbarem Ausmaß durchgeführt werden. Außer vielen, vielen Deutschen waren in diesem Lager Rotspanier, Tschechen und Polen mit je 6 Mann in den Zellen des ehemaligen Amtsgerichtsgefängnisses untergebracht, die für einen Mann gedacht waren.
Wie Vellberg später als Schreiber im Lager feststellen konnte, wurden von der an sich geringen Verpflegungsration der Häftlinge die größten Mengen für die Wachtmeister abgezweigt. Der Hunger war ungeheuerlich und wird durch folgendes beleuchtet. Ein guter Kamerad hatte Geburtstag, der Magen knurrte in allen Tönen. An der Kette lag der bissige Hofhund. Er wurde so lange von dem Kameraden gereizt, bis er wütend auf diesen zustürzte. In diesem Augenblick riẞ Vellberg schnell den Freẞnapf an sich und ohne Löffel wurde der Inhalt, Fleischbrühe und Brotstücke mit den Händen in aller Heimlichkeit verzehrt! Selbst die Bewohner Welzheims wurden durch das harte Los der Inhaftierten gerührt. Brot
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