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Henker und Heilige : eine Erzählung aus unseren Tagen / Paul Kowollik
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men und Zunge der Häftlinge waren vom Staub und der heißen Luft ausgedörrt, und wie im Fieberwahn dachten sie nur an Wasser. Die aufgerissenen Hände schmerzten und brannten, und der Rücken war eine wahre Zentrale der Schmerzen. Mitten unter den Arbeitern stand der grüne Capo Otto; seine fleischige Rechte umfaßte einen dicken Eichenstock. In dem brutalen Vollmondgesicht saßen ein Paar Schweins­augen, denen das geringste Sichausruhen der Gefangenen nicht ent­ging. Seine vier Hilfscapos waren ihm treuergebene Knechte und be­strebt, ihre Stellung als Henker um jeden Preis zu halten.

In einer Ecke des Steinbruchs arbeitete eine Gruppe politischer Gefangener, unter denen sich mehrere Priester befanden. Ihr Arbeits­platz konnte wegen eines vorspringenden Felsblocks von dem brutalen Capo nicht eingesehen werden, und auch die SS- Posten von der dicht am Steinbruch vorbeilaufenden Postenkette konnten den tiefliegenden Arbeitsplatz schlecht übersehen. Diese Gruppe arbeitete deshalb mehr mit den Augen als mit den Händen, also nur dann, wenn Capo oder SS sich zeigten.

,, Ihr wollt mir wohl Lampen drehen", schrie immer der Capo in seiner Zuchthaussprache, und sobald er in Wut geriet, prügelte er seine Opfer, wie früher die Knechte auf den Rittergütern in Ostelbien die Ochsen schlugen. In der Gruppe war auch der ehemalige rote Land­tagsabgeordnete Karl zu sehen und unterhielt sich mit zwei Geistlichen über Marxismus und Theologie. Sie waren in ihr Gespräch so vertieft, daß keiner von ihnen rechtzeitig bemerkte, wie leise und behutsam einer der SS- Posten an den Rand des Steinbruch getreten war und die debattierende Gruppe musterte. Er schrie und schimpfte nicht, sondern ließ einen von den erwischten Faulenzern aus dem Loch heraustreten. Es war dies der Vikar Viktor, ein junger, großer Mensch, der erst vor wenigen Wochen ins Lager gekommen war. Nun stand er vor dem Posten, und wortlos maßen sich die beiden mit ihren Augen. Das ganze Kommando hörte mit der Arbeit auf und hielt ob der kommenden Dinge den Atem an. Es wollte bewußt Zeuge sein, wenn einer der Seinen mit Mut und Gottvertrauen dem Schicksal entgegen ging. Wie zwei feindliche Welten standen sich der junge Gottesmann und der

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