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Henker und Heilige : eine Erzählung aus unseren Tagen / Paul Kowollik
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mit den Mitgefangenen auszusprechen und dabei die verschiedensten Kreuze und Schicksale dieser Welt kennenzulernen.

Mein Kommando trug, wie bereits erwähnt, Ziegelsteine vom Appellplatz, wo sie von auswärtigen Fuhrunternehmern ausgeladen wur­den, zum mehrere hundert, Meter entfernt liegenden Revierbau. Die etwa 60 Mann starke Kolonne bestand aus Häftlingen aller Farben. Nur die Juden waren in besonderen Kommandos zusammengefaßt. Auf dem Appelplatz waren etwa 300 000 Steine angefahren worden, und die Häftlinge warfen fast die Hälfte des Baumaterials beim Tragen ent­zwei. Warum sollten auch Steine einen besonderen Wert haben, wo Menschenleben so billig waren? Es wurde Geld für manchen Unsinn in KA- EL- BU hinausgeworfen. Das deutsche Volk bezahlte es ja gern, denn es hatte eine geliebte Führung! So sollte der Appellplatz des Lagers betoniert werden, und die Arbeiten kosteten fast hunderttau­send Mark. Nach wenig mehr als einer Woche war der Platz wieder genau so dreckig wie vor der Betonierung. Das nannte man rationelle Wirtschaftsplanung im Dritten Reich.

Ein großer Teil der im Lager verrichteten Arbeit war die reinste Sisyphusarbeit, die an unserem Knochenmark und am Geldbeutel des Staates zehrte. Uns war es ziemlich gleichgültig geworden, ob die von uns geleistete Arbeit einen Sinn hatte oder nicht. Wir empfanden sie als einen schweren Fluch, weil sie unter der Knute geleistet werden mußte, und unser Streben ging einzig nur dahin, unsere Kräfte nach Möglichkeit zu schonen. Mit den Augen arbeiten war das erste und oberste Gesetz aller Häftlinge. und dementsprechend wurde auch die Nachtarbeit verrichtet. Sobald wir die Steine unterm Arm hatten und außer Sicht der SS - Wachttürme waren, verfielen wir automatisch in einen gemächlichen Gang, der erst kurz vor dem Ziel etwas lebhafter wurde. Jeder von uns war bestrebt, seine Kräfte zu schonen, die in kommenden, schweren Tagen noch gut gebraucht werden konnten. An Tagen, da die Kontrolle der SS nicht scharf war, taten wir einfach nichts. Hinter den Blocks und Wirtschaftsgebäuden des Lagers stand ein schöner Wald von Buchenbäumen. In diesem Walde traten wir an solchen Tagen an und warteten auf Feierabend. Erwischte uns aber

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