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Henker und Heilige : eine Erzählung aus unseren Tagen / Paul Kowollik
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sein Herz. Und er kämpfte in den warmen Nächten, da auf den Feldern golden das Brot reifte, mit seinem Blute.

Niura wußte um diese seine Liebe, aber weil beide sich stumm liebten, blieb diese Liebe wie ein nicht gesprochenes Gebet. Diese Liebe war gekleidet in den Mantel der Wehmut und der Sehnsucht, der Reinheit und des Verzichts. Die Mutter Gottes von Kasan hatte Niura den Deutschen Franz begegnen lassen, sagte immer Niuras Mutter, und als Franz von der Kommandantur scheiden mußte, da waren beide glück­lich, sich selbst überwunden zu haben. Nun saßen wir zu dritt auf der Bank und erzählten uns von unserer Heimat.

Noch oft gingen wir den Pfad zu dieser Behausung, bis das Un­gewitter der Front ihn uns verschüttete. Eine neue Offensive brach wie ein brüllendes Tier los, die Zivilbevölkerung wurde weiter rückwärts getrieben, und der Russe drückte uns hinter die Wolga zurück. Ohne Abschied war Niura von uns gegangen, und Franz kam in das Seuchen­lazarett von Reschew. Es hieß, ihn hätte das Fleckfieber erwischt; nach acht Tagen schaufelte man ihm das Grab, und nach weiteren acht Tagen wurde dieses Grab und die ganze Stadt dazu von Bomben und Gra­naten wochenlang wie ein brachliegender Acker, auf dem nichts Rechtes gedeihen will, umgepflügt. Der von den Russen in das Feld von Re­schew gelegte Samen von Feuer und Stahl ging aber zur Winterszeit auf, und wir zogen uns weit, weit hinter Smolensk zurück. Dann wurde es wieder Frühling, ich erhielt Urlaub, und über Warschau und Krakau fuhr ich in Franzens Heimat.

II.

Es war ein warmer Maientag, als ich die kleine Bahnstation an der Oder verließ und auf der kalkstaubigen Landstraße einem von jeglichem Lärm und Verkehr fernliegenden Orte zueilte. Silbern leuchtete das Band der Oder in der Morgensonne, und auf den saftig grünen, blu­migen Wiesen weidete das schwarzgefleckte Vieh. In Tümpeln und Weihern quakten sich wichtig vorkommende Frösche, und sie bejahten im Baẞton das, was die Lerchen in überschwenglichem Jubel dem Himmel und der Sonne zuriefen.

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