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Henker und Heilige : eine Erzählung aus unseren Tagen / Paul Kowollik
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sprach, und ich und mein Kamerad Franz trugen auf Schleichwegen unsere Päckchen zu dem Mädchen Niura.

Franz Bende war Unteroffizier wie ich und führte meine Nachbar­gruppe. Er stammte aus Schlesien , und da wir beide des Russischen mächtig waren, so bildete die Unterhaltung mit Niura oder ihren Eltern für uns kein Problem. Unsere damalige, reichliche Verpflegung erlaubte uns öfters solche Besuche, zumal da im Sommer die Front ruhiger ge­worden war. Auf diese Weise konnte trotz Verbots vielen Russen ge­holfen werden.

Franz war mein einziger Freund, und wir waren seit dem Beginn des Feldzuges in einer Kompanie. Er hatte das 30. Lebensjahr gerade überschritten, und seine wasserblauen Augen, das strohige Haar und die schmächtige Gestalt gaben ihm etwas Mädchenhaftes. Beim Kom­paniechef war er nicht beliebt, und der Spieß haßte Franz. Er war auch der einzige Unteroffizier, der keine Auszeichnung besaß, obwohl schon längst der letzte Pferdebursche vom Troß das Eiserne Kreuz oder das Kriegsverdienstkreuz trug. Als ihm dann die Ostmedaille ausgehändigt werden mußte, da meinte Franz, daß er dieses billige Bändchen daheim der Katze um den Hals hängen werde. Durch solche Redensarten machte sich Franz bei seinen Vorgesetzten unbeliebt; doch kümmerte ihn dies alles nicht sonderlich viel. Da er das Russische fließend sprach, so war er im Frühjahr einer Ortskommandantur als Dolmetscher zu­geteilt worden. Ein Zusammenstoß mit einem höheren Offizier von der unserer Division angelehnten SS- Division ,, Das Reich" machte seiner Tätigkeit bei der Kommandantur aber bald ein Ende. Dieser SS - Offizier wollte in dem Nachbarorte Saizewo Frauen zum Stellungsbau nach vorne haben, und als Franz sich diesem Befehle widersetzte, da lief der Offizier so rot wie ein gekochter Krebs an und schrie von Befehls­verweigerung und Erschießen. Franz ließ ihn stehen, nachdem er ihm gesagt hatte, daß er in solchen Sachen nur seiner eigenen Division gegenüber verantwortlich sei und ihm die SS- Division einen Dreck zu befehlen hatte. Diese Affäre trug Franz die Rückversetzung zur Truppe ein. Eine weitere Bestrafung erfolgte aber nicht, denn sowohl der Ic

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