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Henker und Heilige : eine Erzählung aus unseren Tagen / Paul Kowollik
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als auch der General der Division waren der benachbarten SS- Division nicht gerade herzlich zugetan.

Er wäre von seinem Posten wohl nicht geflogen, wenn nicht ähn­liche Vorkommnisse dem Ic, der jedesmal die Meldung darüber erhielt, es hätten ratsamer erscheinen lassen, den Unteroffizier Franz Bende von seinem Dolmetscherposten abzuberufen. Die Bevölkerung war am Ver­hungern, mußte aber, obwohl sie dafür nichts erhielt, an der Front harte Arbeit leisten. Wenn dann noch räuberische SS- Soldaten den Russen die letzten Kartoffeln wegnahmen, so war ein Zusammenstoß zwischen Franz und den Dieben unvermeidlich. Franz war der Wohl­täter des Dorfes, und die alten Leute verehrten ihn wie einen Heiligen. Die vielen Zusammenstöße mit den sittenlosen und räuberischen Sol­daten und seine Liebe zu der armen und drangsalierten Bevölkerung rieben seine Kräfte fast auf, zumal da er bedacht sein mußte, seine pro­russische Haltung sorgfältig zu verbergen. Als er die Ortskomman­dantur verlassen mußte, da war er froh und traurig zugleich. Froh, die lästige Arbeit losgeworden zu sein, und traurig, daß er nichts mehr tun konnte, um den Russen zu zeigen, daß es auch unter den Deutschen genug Menschen mit einem edlen Herzen gibt.

Franz übernahm wieder seine alte Gruppe, und als Führer derselben war er weder tapfer noch feig. Als im Sommer die Russen ihre große Offensive an der Reschew- Front gestartet hatten, da wurde auch unser Abschnitt einige Zeit recht unruhig. Die Wucht des Angriffs richtete sich jedoch nicht gegen unsere Division, sondern gegen die rechten Nachbarabschnitte. Die gegen unseren Graben vorgetragenen Fesselungs­angriffe schlugen wir ohne größere Verluste ab; doch machte sich bei uns starke Nervosität breit, als der benachbarte Abschnitt der SS- Divi­sion von den Russen stark eingedrückt wurde. Die SS überließ uns zu­sätzlich noch ihren Abschnitt; sie selbst aber machte sich aus dem Staube und rückte ins Reich ab.

In diesen schweren Tagen, da wir von der ungebrochenen Kampfes­kraft der Roten Armee eine bessere Vorstellung als vorher bekommen hatten, war mir Franz mehr als nur ein Kamerad geworden, wir liebten uns wie Brüder. Als eines Morgens auf unserem Graben schweres Gra­

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