Bemerkenswert ist noch, daß einige Stunden vor dem Ein­treffen der alliierten Parlamentäre Dönitz über den Reichs­sender Flensburg bekannt gab, daß Deutschland nicht kapi­tulieren werde. Bis zum Letzten sollte gekämpft werden Worte und Prahlereien, wie das deutsche Volk sie von Hitler und Goebbels jahrelang täglich gehört hatte. Womit gekämpft werden sollte, gaben die Herrschaften allerdings nicht an. Was sich in Mürwik zwischen Kommando- Gebäude und der ,, Patria" abspielte, war weiter nichts als eine Operette. Bewaffnete Ma­rinesoldaten bewachten die Brücke des Schiffes. Stäbe hatten sich gebildet, und Dutzende von Generalen, Admiralen und sonstige mit Orden und Abzeichen ausstaffierte hohe Herren liefen durcheinander, richteten sich Vor- und Sprechzimmer ein, leisteten sich Ordonanzen, Fahrbereitschaften, gaben Befehle, kommandierten und begrüßten sich in den Gängen und Kajüt­räumen mit steifem Zeremoniell. Soldaten, die keine Ehren­bezeigungen erweisen wollten, erhielten Arrest, allerdings nur stundenweise.

Noch in der Nacht vom 5. zum 6. Mai 1945 rückten die Vorhuten der britischen Streitkräfte in Flensburg ein und be­setzten die Hauptpost. Ein stärkerer britischer Truppenverband folgte am 6. Mai um die Mittagszeit, von Schleswig kommend, und bezog auf dem Flugplatz am Schäferhaus Quartier. Am Dienstag, dem 8. Mai, gab der neue Außenminister Schwerin­Krosigk im Flensburger Rundfunk die bedingungslose Kapitu­lation aller deutschen Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft bekannt.

Generaloberst Jodl und Generaladmiral Friedeburg hatten am Montag, dem 7. Mai, morgens 2,41 Uhr in Reims in Eisen­howers Hauptquartier durch ihre Unterschrift bekundet, daß sich das deutsche Volk und die deutsche Wehrmacht auf Gnade und Ungnade den Siegermächten in die Hand gegeben habe. Die Ratifizierung der bedingungslosen Kapitulation fand am 8. Mai in Berlin statt, wo Feldmarschall Keitel vor den Be­vollmächtigten der Alliierten Shukow und Tedder die Kapitu­lationsurkunde unterzeichnete. Am 8. Mai, eine Minute nach Mitternacht, erhielten die Armeen den Befehl, das Feuer ein­zustellen. Damit endete der zweite Weltkrieg in Europa .

In Flensburg - Mürwik regierte Dönitz weiter auf der ,, Pa­tria", als wenn ihn die Kapitulation nichts anging. Befehls­ausgabe, Wacheinteilung und was sonst noch zum militärischen Dienst gehörte, wurde weiter gehandhabt. Das Possen- und Operettenspiel nahm seinen Fortgang, dank der neu hinzu­gekommenen bzw. geflüchteten militärischen Mitspieler.

Abseits dieser Posse vollzog sich am Ausgang der Flens­burger Außenförde, in der Geltinger Bucht , der Schluẞakt einer Tragödie, die im dänischen Svendborg zu einem Zeitpunkt be­gonnen hatte, als bereits feststand, daß nichts mehr zu retten und die Kapitulation unabwendbar sei. Was sich ereignete, bewies, daß Dönitz keinerlei Befehlsgewalt über Heer, Marine und Luftwaffe besaß. Jeder Befehlshaber einer noch so kleinen Truppen- bzw. Schiffseinheit handelte nach eigenem Ermessen und Entschlüssen und war bereit, den Krieg auf eigene Faust weiterzuführen.

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