hatte

an den offenen Gräbern vorbei zu defilieren, nachdem der ame­ rikanische Geistliche in englischer und deutscher Sprache zu diesem Fall der verhungerten Häftlinge gesprochen hatte. Die Trauerfeier war sehr erhebend und nachdenklich verließen die Teilnehmer die Stätte des Massengrabes.

Noch am Tage des Eintreffens in Schwerin wurde die Möglichkeit des Weiterkommens nach Flensburg von meinen Landsleuten erörtert. Eine telegraphische oder briefliche Ver­bindung bestand nicht mehr, die Post hatte ihre Tätigkeit ein­gestellt. Eisenbahn und Verkehrsomnibusse waren ebenfalls lahmgelegt und so blieb uns nur die Möglichkeit, entweder einige herrenlose Militärpferde aufzugreifen und einen sprechenden Wagen zu requirieren, um per Fuhre nach Hause. zu gelangen.

Diesen Gedanken hingen wir jedoch nicht länger nach, als es uns gelang, Fahrräder mit Hilfe der Military Police zu be­schaffen. Gut verproviantiert ging die Fahrt an einem sonnigen Morgen in Richtung Gadebusch vor sich, vorbei an den in­zwischen errichteten Lägern für deutsche Kriegsgefangene. Bis Rhena klappte alles programmäßig. Am Ortseingang wurde unsere Tour durch eine amerikanische Militär- Patrouille ge­stoppt. Nach kurzem Verhandeln mit dem Ortskommandanten, dem wir uns als political prisoners of the concentration camp legitimierten, erhielten wir Passierscheine, damit uns weiterhin keine Hindernisse in den Weg gelegt wurden. Unser Kamerad Willy Meyer aus Eckernförde erhielt zudem noch in Rhena seine Frau zurück, die er seit neun Jahren nicht mehr gesehen hatte. Beide hatten diese Jahre in Konzentrationslägern zu­bringen müssen. Ihr inzwischen militärpflichtig gewordener Sohn mußte für das Hitler- Regime seine Haut zu Markte tragen. Ihre Wohnung war längst von den Nazis ausgeräubert worden.

Bis Schlutup war nichts von Zerstörungen zu bemerken. Erst als wir uns auf der Autobahn nach Eutin befanden und unsere Blicke sich auf Lübeck richteten, sahen wir, was dort die Bomben angerichtet hatten. Außer einem zerstörten Bauern­haus im Dorfe Techau, wo wir in einem sauberen Kuhstall übernachteten und von dem Besitzer gut verpflegt wurden, waren auf dem Wege nach Eutin und Plön keinerlei Bomben­einwirkungen zu bemerken. Weiter gings über Preetz nach Elmschenhagen, einem Vorort von Kiel . Trümmer über Trüm­mer. Das Radfahren durch die Stadt Kiel besser ausgedrückt durch das Trümmergebirge, welches einstmals Kiel geheißen wurde, erwies sich als unmöglich. Mit unseren Rädern ba­lancierten wir über die Trümmer jenem Punkt zu, wo die Straße nach Eckernförde verlaufen mußte. Wir fanden sie, und weiter gings zur Levensauer Hochbrücke, die von britischer Militärpolizei gesperrt war. Riesige Menschenschlangen säumten den Weg bis zur Brücke hinauf. Dank unseres Passierscheins kamen wir ungehindert über die Brücke. Kaum 80 km trennten uns von der Heimat an der Grenze.

In Eckernförde , wo wir den ersten KZ- Kameraden seiner Familie zuführen konnten, wurde noch einmal übernachtet. Meinen dort wohnenden Verwandten, die mich bereits abgebucht

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