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hatten, erschien ich als ein von den Toten Auferstandener. Die Landschaft auf der Tour nach Schleswig atmete gleichfalls Frieden, wie die hinter uns liegende Strecke seit dem Passieren des Kieler Kanals— nichts war zerstört. Nach dem Passieren Schleswigs kamen uns deutsche Soldaten entgegen, die ihre Bagage auf kleinen Karren, Kinderwagen und sonstigen primi- tiven Beförderungsmitteln mit sich führten. Von Dänemark kamen sie und strebten nun ihrer im Süden belegenen Heimat zu. Kurz nach Mittag war's, als uns die Türme und ersten Häuser Flensburgs nach vielen Jahren der Trennung wieder grüßten. Die Stadt hatte wenig gelitten. Es war der Sonnabend vor Pfingsten, als ich bei meiner Frau unerwartet eiutraf; sie konnte mich an derselben Tür begrüßen, wo die Gestapo mich vor sechs Jahren verhaftete und ins KZ brachte.
Radner, am 51.3.47%
Mein lieber Freund Lienau!
Eben von einem kurzen Aufenthalt aus der Schweiz heimgekehrt fand ich Deinen so übe raus lieben und interessenten Bref hier vor. Ich möchte Dir von ganzem Herzen dafür meinen Dank gagen. Besonders interessierte mich die beigelegte Durchschrift Deiner Zeugenaussage an die britische Militärregierung und ich hoffe, dass mir noch in absehbarer Zeit eirmel die Gelegenheit gegeben wird, mich mit Dir über vieles Interessante, was euch meine Person begririk, zu untar- harten. Ich hofre Du hast von allen was Dir erinnerlich wer genaue Aufzeichnungen ganacht. ieh bin ja nur glücklich, dass Du lebend und gesund aus dieser Wölle herausgekonmen bist und es Dir und Deiner verehrten Gemahlin gut geht.
Darf ich Dich bitten, wenn Du[mil Btiee schreibst, herzliche Grüsse zu übemittelnm und dass ich mich noch gerne an seine interessanten Reisebeschreibwigsvortrage erinnere.
Mit den allerherzlichsien Grüssen verbleibe ich Leir
eufrichtig getreuer
Faksemile eines Briefes Ernst Fürst Hohnbergs, Tischkamerad des Verfassers
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