als lie )a- en. en

N, elt en er- er- olf ıf- ıb-

ige IT- )h- rt. nd ‚ht ch- en ar; de nd

Waffen weggeworfen und sichseitwärts in die Büsche ge- schlagen, wobei es diesen Burschen nicht darauf ankam, sich auch noch der wenigen Habe der Häftlinge zu bemächtigen, weil sich noch ein Teil der erhaltenen Liebesgaben darin be- fand. Auch meinen Rucksack hatte ein flüchtender SS--Schar- führer in der Dunkelheit gestohlen.

Bis zum Morgengrauen wurde biwakiert, und nachdem wir uns an den Lagerfeuern etwas erwärmt hatten, wurde der Weitermarsch nach Schwerin fortgesetzt. Langsam ging es, weil Übermüdung und Entkräftung sich geltend machten. Gegen neun Uhr vormittags, nach 60 km Marsch, Rast im Walde; es war eine kleine Fuhre mit Brot angekommen, für jeden Häftling eine Scheibe, etwa 100 g, soweit der Vorrat reichte. Von den SS -Posten war wenig mehr zu sehen, nur die Häft- lingspolizei versah noch ihren Dienst.

Der Lagerführer Körner ließ erkennen, daß ihm die Zigarre nicht mehr schmeckte; gesenkten Hauptes wanderte er zwischen den Häftlingen einher, bis es ihm einfiel, fünf von unseren älteren Kameraden zu sich zu rufen, um ihnen folgendes mit- zuleilen:Sagen Sie Ihren Kameraden, daß sie noch bis 10 Uhr Rast machen und ihr Brot verzehren können. Ich habe einige von der Häftlingspolizei zu den Amerikanern geschickt, die wenige Kilometer von hier sind, um zu hören, ob wir in Einzel- kolonnen oder im geschlossenem Trupp kommen sollen!

Was war denn geschehen? Solche verbindlichen und geradezu kameradschaftlichen Worte hatte noch niemals ein SS -Führer zu einem Häftling gesagt, der doch bei ihm nur ein Verbrecher war, ein Mensch, der eigentlich nur Befehlen zu gehorchen und Prügel entgegenzunehmen hatte. Es war uns schon durch milgeführte Karten bekannt, daß wir nur noch etwa 6 km von der Demarkationslinie der Amerikaner entfernt waren. Weiter wurde uns durch Läufer gemeldet, daß die Amerikaner am 9, Mai mittags in Schwerin einrückten und die Stadt besetzt hatten.

Jetzt galt es, so schnell wie möglich mit ihnen Fühlung zu bekommen, ohne erst abzuwarten, bis die angeblich aus- oesandten Häftlings-Polizeiposten mit der Antwort zurück waren. Hinter den in dichten Kolonnen aufgefahrenen Wagen der Flücht- linge, den Wehrmachtswagen und Panzern, formierten sich die Häftlinge zu kleineren und größeren Kolonnen, denen jeder ein politischer Truppführer beigegeben war, welcher der englischen Sprache mächlig war.\

Als die übermüdeten Kameraden die Nachricht vernahmen, daß sie nach nur wenigen Kilometern die seit Jahren ersehnte Freiheit erreichen würden, da wuchsen sie über ihre Kraft hinaus. Der Lebenswille regte sich in ungeahnter Weise. Der sich nach Freiheit sehnende Mensch, welcher das Ziel vor Augen sieht, bringt Kräfte auf, die er selbst nie in sich vermutet hat. Er wächst über sich selbst hinaus. Vorwärts ‚hieß es die Freiheit winkte! Alles raffte seine letzten Kräfte zusammen, um das langersehnte Ziel zu erreichen. Selbst der plagende

227

15*