Die Mordkolonnen der SS hatten hier ganze Arbeit gemacht; reihenweise lagen die Ermordeten am Wege und wiesen die üblichen Kopfschüsse auf, durch die sie getötet wurden. Da­zwischen die Toten, die von den Tieffliegerangriffen herrührten. In den Bäumen hingen noch die Leichenteile der zerfetzten Körper sowie Teile von Tierkadavern.

Kinder der Flüchtlinge lagen tot am Wege oder waren in den Graben geworfen; Frauen, die am Wege geboren hatten, tot mit den Neugeborenen, die vielleicht schon tot zur Welt gekommen waren. Hier und dort hatten Nachfolgende die Toten mit einem Sack oder einer Zeltbahn bedeckt, um den Vorüber­marschierenden wenigstens diese furchtbaren Anblicke zu er­sparen. So boten sich allen Passierenden die Straßen Adolf Hitlers dar, auf denen sich ebenfalls der von ihm herauf­beschworene totale Krieg in einer erschreckenden Form ab­gespielt hatte.

An einem Walde wurde Halt gemacht. Ein Versuch, einige Meter in den Wald hineinzugelangen, mißlang, weil Militär­posten das Gelände absperrten und jeden mit Erschießen droh­ten, der es wagte, sich einiges Leseholz zum Kochen zu holen. Nach dem Grunde befragt, gaben die Posten keine Antwort. Doch einige Zigaretten lösten bei einem Posten die Zunge und so erfuhr ich, daß ,, in des Waldes tiefsten Gründen" nicht etwa der Räuberhauptmann Rinaldini hauste, sondern der Nach­trupp des Regierungsstabes Dönitz, der selbst schon mit seinen ,, Regierungsmitgliedern" weiter nach Nordwest gezogen war. Um dem Posten keine Unannehmlichkeiten zu bereiten, wurde diese vertrauliche Mitteilung nur zur Kenntnis genommen und in meinem Tagebuch vermerkt.

Kurz vor Criwitz, nach einem Marsch von etwa 50 km, wurde von den Hundertschaftsführern der Häftlinge der Lager­führer Körner wegen eines Nachtquartiers angegangen, weil die Beine der Marschierenden den Dienst zu versagen drohten. Beim Dorf Zapel wollte Körner uns eine Sandkuhle als Quartier anweisen, was von allen abgelehnt wurde, denn inzwischen war durch eigene Läufer bekannt geworden, daß vor einigen Nächten eine Ausländermarschkolonne in einer Sandkuhle mit Flammenwerfer völlig vernichtet worden sei. Als Körner unsere Weigerung wahrnahm, antwortete er, daß wir dann marschieren könnten, bis wir umfielen. Also wurde langsam weiter mar­schiert, weil sich in den engen Straßen Crivitz ' alles staute. Aus der Ferne wurde Geschützdonner vernehmbar und eben­falls außerhalb der Stadt kündeten das Aufblitzen eines starken Feuerscheins und Detonationen die Vernichtung von Munitions­lägern an, welche von den fliehenden Wehrmachttruppen bzw. der Waffen- SS in die Luft gesprengt wurden.

Nach vielen Schwierigkeiten gelang es, sich aus dem Chaos innerhalb der Stadt zu lösen und die Straße nach Schwerin zu gewinnen, wo nach etwa einer Stunde Rast gemacht wer­den mußte, weil es stockdunkel geworden war. Die Marsch­kolonne der Häftlinge war in Auflösung begriffen; denn ein Teil der sie begleitenden SS - Mannschaften hatte bereits die

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