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um Brot für die Hungernden angegangen, gab zur Antwort, daß er nichts beschaffen könne und auch nicht wußte, wann und wo die nächste Brotausgabe stattfinden würde. Gnädigst ge­stattete er, daß die Häftlinge dem Brunnen Wasser zum Trinken entnahmen.

Am nächsten Morgen wurde Mayenburg passiert, überfüllt­mit Flüchtlingen aus dem Osten, die an den Straßen auf Fahr­gelegenheit warteten, um weiter nach dem Westen in Richtung Parchim zu gelangen. Wiederum trotteten die Elendsgestalten weiter durch die Sandwege bis zum Dorf Kl. Pankow, das als Quartier vorgesehen war. Kurz vor dem Dorfe wurde gelagert; ein Verpflegungsauto des Internationalen Roten Kreuzes war eingetroffen, und jeder der Häftlinge empfing persönlich von den Begleitmannschaften ein vollständiges Liebesgabenpaket der Amerikaner, in welchem jene herrlichen Dinge gefunden wur­den, die wir schon seit einigen Jahren nicht mehr gesehen hatten.

Es war der 1. Mai 1945, ein Tag, den niemand vergaß. Der Transportführer und das Begleitpersonal überwachten die Aus­gabe der Pakete selbst und ließen nicht zu, daß sich die SS der Pakete bemächtigte. Mit Genugtuung konnte ich also feststellen, daß meine Mitteilungen an den Transportführer des Inter­nationalen Roten Kreuzes vom 24. April 1945 Erfolg gehabt hatten. Bald darauf folgten Transportautos des Internationalen Roten Kreuzes und nahmen soviele kranke Häftlinge mit, als sie vermochten. Hier drängten sich die Ärmsten um den Platz, wäh­rend beim deutschen Roten Kreuz jeder dem Transport aus dem Wege ging, weil er befürchten mußte, die Todesfahrt zur Gaskammer anzutreten.

Der Inhalt der empfangenen Liebesgabenpakete gestattete, sich einmal wieder als Mensch zu fühlen und sich satt zu essen; auch konnte man für einige darin enthaltene Spezialitäten wie Kaffee und Tee bei den Bauern Brot eintauschen, ein Artikel, der schon seit Tagen bei der Mehrzahl der Häftlinge völlig ausgegangen war. Der 2. Mai sah die Kolonnen schon wieder auf dem Marsch über Siggelkow in Richtung Parchim , wo kurz vor der Stadt noch einmal gelagert werden durfte. Wir konnten einmal Picknick machen, dank der Hilfe der Alliierten, deren Verpflegungskolonnen die feindlichen Linien ungehindert passierten. Bei lachendem Sonnenschein durch Parchim wurde von Bomben- oder Geschoßeinwirkungen nichts wahrgenommen. Es bot sich uns allen ein friedensmäßiges Bild, das sich jedoch bald nach dem Verlassen des Ortes änderte, wo in die von uns begangene Chaussee nach Criwitz weitere Wege einmün­deten und sich erneut Ströme von Flüchtlingen und fliehende Abteilungen der Wehrmacht ergossen.

Dauernd stockte der Weitermarsch, denn die Chausseen waren gespickt mit zertrümmerten Heeresautos, Panzerwagen und son­stigen Fahrzeugen, die durch Bomben und Tiefflieger in den Auf den Wegen und letzten Tagen hier vernichtet wurden. angrenzenden Feldern ein Bild des Grauens, wie wir es bisher auf dem ganzen Wege noch nicht gesehen hatten: Erschos­sene Häftlinge und Zivilisten, die zum größten Teil Flüchtlinge

waren.

15 Lienau, Zwölf Jahre Nacht

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