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Zwölf Jahre Nacht : mein Weg durch das "Tausendjährige Reich" / von Heinrich Lienau
Entstehung
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23. Kapitel

Keiner soll hungern und frieren.

Hitler .

Wir müssen siegen, sonst hätte die Weltgeschichte ihren Sinn verloren. Goebbels .

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Hungermarsch

auf den Straßen Adolf Hitlers Großes

hatte Adolf Hitler mit seinen Volksgenossen vor­gehabt. Als dauerndes Andenken sollten sie erstklassige Straßen erhalten, die bei jedem Schritt, den sie auf ihnen taten, an ihn mahnten. Die Straßen der alten Römer hatten Hitler vor­geschwebt, Straßen, die zweitausend Jahre überdauert hatten. Sein Reich war einstweilen auf tausend Jahre festgelegt, doch auch dieses Reich sollte von Straßen künden, die die Römer­straßen übertrafen; daher schuf er die Autostraßen, die in Wort und Bild aller Welt als die Straßen Adolf Hitlers ge­priesen wurden.

Wie einst die alten Römer ihre Straßen als Marschstraßen gebaut hatten, um die Heere schnell vorwärts zu bringen, so schuf Adolf die Autostraßen, auf denen die modernen Streit­wagen, Tanks und Autos für den geplanten Krieg rasseln konnten. Es waren erstklassige Betonstraßen, von denen die Nazis schwärmten.

Wir sahen die Straßen Adolf Hitlers in einer anderen Form, jene Straßen, auf denen sich von Osten her in ununterbroche­nem Zuge die endlosen Scharen der Flüchtlinge zu Wagen und zu Fuß, die flüchtenden Soldaten der geschlagenen Wehrmacht mit Mann und Roß und Wagen sowie die Befreiten aus den Konzentrationslägern bewegten.

Die Konzentrationäre zogen auf verschiedenen Wegen nach Nordwest, schwarmartig ging es vorwärts. Nach kaum einer halben Stunde war das Lager ihren Blicken entschwunden. Eine friedliche unzerstörte Landschaft nahm sie auf. Neu­gierig starrten die Dorfbewohner die durchziehenden Menschen­

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