Druckschrift 
Zwölf Jahre Nacht : mein Weg durch das "Tausendjährige Reich" / von Heinrich Lienau
Entstehung
Einzelbild herunterladen

en

en

n;

er

f-

ut­

els

vir

ir

m.

ne

er

r,

an

en

nd

en,

23

em

atz

en rad

er

ht.

be

ds

an­

ete

on,

de.

on

es

in­

wie nach jahrelanger Trennung dieser Augenblick am passend­sten zu verbringen sei.

Die SS war nur noch in der Nähe des Tores zu sehen und schien kein Verlangen zu haben, sich noch unter die wogende Volksmasse im Lager zu mischen. Von der Lager­führerstube über dem Tor schweiften die letzten Blicke der Vertreter einer entschwindenden Macht zum letzten Mal über die Stätte, an der sie ihre sadistischen Orgien feierten. Ich sah den Kommandanten, die Lagerführer, den einstigen Lagerführer von Auschwitz , Hoess, mit ihren Maitressen am Fenster. Um sechs Uhr sammelten sich die ersten Trupps zum Ab­marsch fünf Hundertschaften zu einer Marschkolonne zu­sammengestellt so gings zum Tor hinaus, wo die bewaffnete SS und die gleichfalls in Funktion getretene Häftlingspolizei, ebenfalls bewaffnet, die Truppe zu begleiten hatte. Ein naẞ­kalter Aprilmorgen hatte uns empfangen; bis Mittag war die Sonne noch nicht durch die Wolkenwand gedrungen.

-

Die Frauen rückten zuerst ab. Ein Bild des Jammers! Mit dürftigster Kleidung, barfuß in Holzklotzen, mit weinenden Kindern, die ihnen an den Kleidern hingen, schlafende und sterbende Säuglinge auf dem Arm, so zogen die ersten Trupps durchs Tor. Ihnen schlossen sich die Polen und weitere Aus­länder an.

Das war der Abmarsch von Sachsenhausen der 21. April, ein bedeutsamer Tag, der Marsch in die Freiheit, von der allerdings niemand wußte, ob man sich ihrer voll und ganz freuen durfte. Beim Austritt auf die Straße wurde noch ein letzter Blick auf das Torhaus zurückgeworfen, das immer noch die Worte trug: ,, Schutzhaftlager". Bald lag die Stätte des Grauens hinter uns. Die Landstraße, die freie Natur, Wald und Heide hatten die in die Freiheit Strebenden aufgenommen. Beim Bahnhof Sachsenhausen stand die verängstigte Zivilbevöl­kerung zwischen den Ruinen, die erst am Geburtstag des ,, Füh­rers" zu solchen geworden waren. Weiter an ihnen vorbei! Man atmete freie Luft, es sollte die Luft der Freiheit sein.

um

in Ziel

ein

rst

te).

er­

про chs

tig

Be

ent­

ein­

las­

men

er,

ERKLÄRUNG

DER FÜHRER

DER DREI VERBÜNDETEN MÄCHTE

Titel des Flugblattes der Jalta- Konferenz

219