Unsere Beratung in der Krim hat erneut unsere gemeinsame Entschlossenheit bekräftigt, in der bevorstehenden Friedenszeit jene Einheit der Ziele und des Handelns zu wahren und zu verstärken, die in diesem Krieg den Sieg für die Vereinten Nationen möglich und unbestreitbar gemacht hat. Nur bei fortdauernder und zunehmender Zusammenarbeit und gegenseitigem Verständnis zwischen unseren drei Ländern und zwischen allen friedliebenden Völkern kann das höchste Streben der Menschheit Wirklichkeit werden, ein festgefügter, langdauernder Frieden, der die Gewähr dafür bietet, daß alle Menschen in allen Ländern ihr Leben, frei von Furcht und Not, werden leben können."
3. Über den Ausweg für das deutsche Volk. ,, Zu unseren Zielen gehört nicht die Vernichtung des deutschen Volkes. Erst wenn der Nazismus und der Militarismus ausgerottet sein werden, besteht für das deutsche Volk die Hoffnung auf eine würdige Existenz und einen Platz in der Gemeinschaft der Nationen.
Die Krimkonferenz der Führer der drei Großmächte hat die letzten Hoffnungen der Naziclique auf eine Spaltung der Verbündeten zerschlagen. Für die nazistischen Kriegsverbrecher gibt es keinen Ausweg. Nazideutschland ist dem Untergang geweiht. Dem deutschen Volke aber zeigt die Krim - Konferenz den einzigen reinen Ausweg: Bruch mit der dem Untergang geweihten verbrecherischen Hitlerclique,
Schluß mit der aussichtslosen Fortsetzung des verlorenen Krieges.
Deutsche Offiziere und Soldaten!
Stellt den Widerstand ein, kapituliert oder geht in die Gefangenschaft.
Jeder andere Weg führt nur zu Eurem Untergang.
Nur wenige meiner politischen Kameraden erhielten Kenntnis von diesem Flugblatt. Wir wenigen aber wußten nun, daß das Ende der Nazis mit Riesenschritten näher kam. Mit höchster Spannung verfolgten wir die militärische Lage, die für die Wehrmacht von Stunde zu Stunde bedrohlicher wurde; es konnte vielleicht nur noch Tage dauern, bis die Russen vom Osten, die Engländer und Amerikaner vom Westen kommend, sich vereinigen und Deutschland in einen Nord- und Südteil abschnüren würden. Auch Hitler sah diese Entwicklung und so verfügte er, daß für jeden der beiden entstehenden Länderteile eine Regierungsstadt im voraus benannt wurde. Für den Südteil war Villach vorgesehen und für den Nordteil Flensburg .
Frühling war es wieder geworden; ach, wie viele Frühlinge hatten wir im Lager gesehen, immer in der Hoffnung, endlich auch den Völkerfrühling zu erleben, die Befreiung vom Nazijoch, den Genuß der Freiheitssonne außerhalb des Stacheldrahts und der grauen Mauern. Wie nahe war sie; würden wir sie noch erleben oder kurz zuvor an der Schwelle zur Freiheit noch dem Leben Valet sagen müssen? Frühling war
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