Die Witzbolde im Lager ließen zur Erheiterung ebenfalls Heeresberichte zirkulieren wie etwa:

,, Italienischer Heeresbericht: Bei Tripolis wurde ein feindliches Motorrad mit Erfolg angegriffen. Die Decke des Hinterrades wurde durchlöchert. Um das rechte Pedal wird noch gekämpft."

Dann zirkulierte eine neue Goebbels- Anekdote durch das Lager: ,, Unsere Truppen unter Rommel in der Sahara im steten Vormarsch. Außer viel Sand kein Widerstand. Aber den Sand brauchen wir, um ihn der Bevölkerung in die Augen zu streuen. Wir können nicht Sand genug bekommen."

Weiter wurde Goebbels nachgesagt, er dränge darauf, daß Grönland besetzt werden müsse. Warum? Ganz eintach: Wir brauchen Grönland , um dem deutschen Volke begründen zu können, daß die Winterhilfe auch während des Sommers durch­geführt wird. In Grönland ist dauernd Winter, also konnte Goebbels mit dieser Begründung aufwarten.

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Zur weiteren Erheiterung zirkulierte ein ,, Spielprogramm der Reichstheaterwoche", das wie folgt aussah: Sonntag: ,, Götter­ dämmerung ", Hauptrolle Adolf Hitler . Montag: Lustspiel ,, Lauter Lügen", Hauptrolle Josef Goebbels . Dienstag: ,, Der Bauer", Hauptrolle Steckrübenminister Darree. Mittwoch: ,, Krach um die fette Sau Jolanthe", Hauptrolle Hermann Gō­ ring . Donnerstag: Sondervorstellung KdF ,, Einer zuviel an Bord", Hauptperson Robert Ley ( Logenplätze nur für Sekt oder Kognak zu haben). Freitag: ,, Der Bettelstudent ", Hauptperson Hilgendorf, Oberfechtbruder der Winterhilfe. Sonnabend: ,, Die Räuber "; es wirken mit in den Hauptrollen die Hauptpersonen der letzten Woche.

Es versteht sich, daß bei der bekannten Lügenpropaganda Goebbels das Vertrauen zu den Nachrichten nicht groß war, und so läßt sich auch erklären, daß die Parolenschmiede oft­mals die unglaublichsten Dinge von Baracke zu Baracke trugen, die dort mit Schmunzeln aufgenommen wurden.

Obwohl die OKW - Berichte nur Siege meldeten, verriet die Lagerleitung doch durch allerlei Maßnahmen, daß es mit den Siegen nicht allzuweit her war; denn laufend wurden Frei­willige für den Einsatz bei der Wehrmacht und der Waffen- SS gesucht unter den denkbar günstigsten Bedingungen, an die niemand glaubte. Bei einem Abendappell wurden Fallschirm­springer mit Londoner Slang gesucht. Ein paar BVer meldeten sich in der Hoffnung, beim Abspringen über England in Ge­fangenschaft zu geraten. Als man sie auf ihren Londoner Slang prüfte, stellte sich heraus, daß sie ,, Hamburger Platt " mit dem ,, Londoner Slang" verwechselt hatten. Das Lager hatte nun wieder neuen Unterhaltungsstoff.

Im Laufe der Jahre zeigte sich schon überall die Zer­setzungserscheinung; die Disziplin lockerte sich. Der Mittags­appell fiel 1943 weg, und nicht lange danach war auch der Abendappell nicht mehr nötig. Trotz aller Siegesmeldungen spürten die Häftlinge, daß die Wirklicheit eine andere war. Es wurde schlechter mit der Verpflegung, Kohlrübensuppen

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