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bis 50 Mann starke Kapelle von Berufsmusikern zusammen, die uns allen hervorragende Programme brachte, in denen selbst die ‚Neunte“ von Beethoven nicht fehlte,
Für die Sportfreudigen wurde der Appellplatz zur Verfügung gestellt, die sich nach dem Abendappell und besonders an den Sonntagnachmittagen zumeist im Fußball:meisterten; selbst Länderspiele mit Sportkleidung gehörten zum stehenden Pro- gramm. Auf dem Appellplatz wurde vor der Stirnwand der Badebaracke eine Bühne aufgebaut und den nach Tausenden zählenden Häftlingen ein internationales Programm geboten, bei denen auch die russischen Kriegsgefangenen mit ihren Volkstänzen und Balaleika-Kapelle mitwirken durften,
‘Die Häftlingsbibliothek bot Literatur, die vielen Häftlingen und auch Politischen zusagte;, man war nicht nur auf aus- gesprochene Nazischundliteratur angewiesen. Selbst fremdspra- chige Bücher waren vertreten; Norweger und Dänen hatten dort einen so wertvollen Bücherschatz gesammelt, der ihnen und ihren heimatlichen Schriftstellern höchstes Lob einbrachte. Daß sich unter den Büchern auch Werke linksparteilicher Autoren befanden, die bei der Zensur den literaturunkundigen Nazis entgangen waren, sei nur am Rande bemerkt. Diese Bücher waren denn auch nur Jen„Eingeweihten“ aus leicht verständ- lichen Gründen zugänglich.
Diese wenigen Lichtblicke der Unterhaltung ließen für einige Stunden das elende KZ-Dasein vergessen; der nächste Morgen rief schon wieder alle Insassen zurück in die brutale Wirklich- keit, den Kampf um Leben und Gesundheit, den die SS uns allen aufzwang. Nach dem Morgenappell erging die- derung zum freiwilligen Melden für die Bombensucher, denen besondere Vorteile für ihre mit unbedingter Lebensgefahr ver- bundene Arbeit zugesagt wurde. Berlin und Umgegend war reichlich mit Bomben bedacht worden, und das Bergen, wie das Entschärfen der ‚‚Blindgänger“, die zumeist Zeitzünder waren, hatte schon vielen unserer besten Kameraden den Tod gebrachl.
Bei zehnmaligem Bombensuchen wurde Entlassung in Aus- sicht gestellt, weshalb sich zuerst viele Freiwillige, vertrauend auf die Wahrhaftigkeit des gegebenen Versprechens, meldeten. Die Lagerführung hoffte, daß niemand ein zehnmaliges Bomben- suchen überleben würde und gab aus diesem Grunde das billige Versprechen. Wer jedoch nach glücklich beendeten zehn Todes- märschen zum Bombenbuddeln auf Entlassung hoffte, irrte; denn die SS wie überhaupt die Nazis hielten auch hier, wie überall, ihr Versprechen nicht. Statt der erwarteten Frei- heit durften sie sich zukünftig ihr Haar lang wachsen lassen. Aus war es mit den Freiwilligen; und so wurden zukünftig die Bombensucher zu diesen ausgesprochenen„Himmelfahrts-Kom- mandos“ einfach befohlen.
Politische, auf deren baldige ‚„Liquidierung“ es die Lager- leitung besonders abgesehen hatte, wurden laufend zum Bom- bensuchen beordert. Der Lagerführer Kolb hatte es sich in den Kopf gesetzt, den wegen Pazifismus eingelieferten Poli- tischen Erich Duus(45212) durch eine Bombe hochgehen zu
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