wie Ingenieure und Techniker zählten zu unseren politischen Freunden hatten wir doch den Chefingenieur unter uns, der die türkische Staatsradiofonie aufbaute.
Durch einen Vertrauensmann im Außenkommando wurde aus einer Arbeitsstätte einige Kilometer außerhalb der Mauer der erste transportable Geheimsender mit den in den SS - Radiowerkstätten ,, organisierten" Geräten und Material errichtet. Das gesamte Material wurde an einem Sonntagmorgen von einem Kommando rausgeschmuggelt, welches dringende Notstandsarbeiten auszuführen hatte. Unter dem Baumaterial auf dem Arbeitswagen wurde es verborgen. Da nur ein harmloser SSWachtposten die Kolonne begleitete, so konnte der gleichfalls mit hinausgeschmuggelte Radioingenieur unauffällig für einige Stunden ,, abgezweigt" werden.
Im Lager wurde gleichfalls ein Sender eingebaut und zwar im Krankenbau, wo er am sichersten in der Dysenterie- Baracke stand, weil der Zutritt wegen der Ansteckungs- und Lebensgefahr für jedermann verboten war, und selbst die SS diese Baracke in Sorge um ihr allzu kostbares Leben mied. Der Dysenterie- Sender hatte selbstverständlich nur einen kleinen Sendekreis und war mit dem Geheimsender außerhalb der Mauer auf eine besondere Welle abgestimmt. Dieser Sender konnte jedoch mit einer weiteren Zwischenstation London und andere Auslandssender erreichen und sie über alle Lagerereignisse informieren. Die Sendezeiten waren zumeist mittags und nach dem Abendappell.
Im Lager selbst waren nur drei Eingeweihte, und dank dieser auf Leben und Tod mit einander Verschworenen war es möglich, die gesamte Einrichtung bis zur Kapitulation geheim zu halten. Zwar hatte jeder dieser drei auch noch einen engen Kreis, der jedoch nichts von dem Geheimsender wußte, sondern nur vertraute Mitteilungen brachte oder entgegennahm, ohne irgendwelche Nachfrage nach dem Woher und Wohin zu halten. Der Mittelsmann zwischen den beiden Geheimsendern hatte, weil er ein absolutes Schweigeverbot beachten mußte, angeblich soll er früher Trappist gewesen sein- den Namen ,, Moltke" erhalten.
Nur wenige kannten diesen Namen und niemand wußte, wer er war. Er hat das Ende der Naziherrschaft leider nicht mehr gesehen, denn kurz vor der Kapitulation fand er auf einer Arbeitsstätte außerhalb des Lagers den Tod bei einem Bombenangriff. Es war der Vorarbeiter des Waldkommandos Josef Adorf aus Köln , einer der treuesten und besten, die im Kreise der Politischen seit 1939 wirkten, jederzeit einsatzbereit, wenn es galt, für die Kameraden etwas durchzuführen, was für unmöglich gehalten wurde.
Um die ins Lager gelangenden vertraulichen Nachrichten tarnen zu können, waren stets einige Gruppen tätig, welche eigens fabrizierte ,, Latrinen- Parolen" in Umlauf setzten, weil der KZler unbedingt seine Sensation haben mußte. Auch die Lagerführung bediente sich häufig, ja fast regelmäßig eigener Parolen, die sie durch die SS - Blockführer über Lagerälteste, Blockälteste und Vorarbeiter an den Mann zu bringen versuchte,
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