geholt und mit großem SS- Aufgebot zum Richtplatz im Industriehof gebracht. Unterwegs gab es selbstverständlich Widerstand, weil die Abtransportierten über das ihnen bevorstehende Schicksal vollkommen im Bilde waren. Darunter waren luxemburgische Gendarme, die sich nicht widerstandslos abschlachten lassen wollten, sowie sieben britische Kriegsgefangene unter Leutnant Goodwin, einem Seeoffizier, ferner französische und russische Militärs.
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Nachdem in der Bartholomäusnacht vom 1. zum 2. Februar 1945 178 politische Häftlinge aller Nationen aus den Betten geholt und auf dem Schießstand im Industriehof erschossen wurden, setzte nach wenigen Tagen eine erneute Verhaftungswelle gegen Politische ein. Die Baracke 59 wurde seit Sommer 1944 als Isolierblock für die Elite der Politischen , zumeist Kommunisten und Sozialdemokraten, benutzt laut Verfügung der Sonderkommission, welche in der Inspektion außerhalb des Lagers untergebracht war. Untersturmführer Ballhause während dieser Zeit der Leiter der Sonderkommission. Mitte Februar 1945 wurden in den Vormittagsstunden 27 dieser Politischen von der SS herausgeholt und zunächst ans Tor gestellt. Später, nach ihrem Abtransport, wurde im vertrauten Kreise bekannt, daß diese 27 auf dem ,, Klinker" erschossen seien. Die Namen dieser vortrefflichen Kameraden waren: Erich Bolze( Schreibstube), Josef Tschub, Alfred Ahrens, Andreas Bergron, Fritz Bücker( Radiofachmann), Emil Dersch, Willy Grübsch( Krankenbau), Arthur Henning, Otto Kröbel ( Pfleger), Rudolf Henning( ehem. Abgeordneter), Erich Mohr, Roger Robine, Dietrich Hornig, Josef Rutz, Gustav Siegel( aus Salzwedel ), Kurt Spolek, Heinz Bartsch( Lagerschreibstube), Ernst Schneller ( ehem. Reichstagsabgeordneter), Hans Rothbart, August Sander( Krankenbau R III), Ludgart Söllighofer, Siegmund Szedski, Wilhelm Sandhofer, Ernst Fürstberg, Mathias Tesen, Rudolf Nokry. Der Name des letzten Opfers, ein jugendlicher Franzose, ließ sich nicht mehr feststellen. Unaufhörlich ging der Todesengel weiter durch das Lager und holte die Opfer zur Gaskammer, zum Schießstand und zum Galgen.
Inzwischen war wieder eine neue Anordnung getroffen, hinter der man nichts Gutes vermuten durfte. Wegen eventueller Evakuierung des Lagers sollten alle schwächlichen, alten und nicht marschfähigen Häftlinge mit der Eisenbahn nach dem Westen abtransportiert werden, und zunächst wurde zur freiwilligen Meldung für diesen Transport aufgefordert. Weil die Meldungen zu gering blieben, wurden die Schonungskranken, die Arbeitskommandos der Invaliden wie Strumpfstopfer, Nietensortierer usw. erneut durchgekämmt.
Allen wurde versprochen, daß jeder für die Reise zwei Wolldecken mitnehmen dürfe, neben ausreichender Reiseverpflegung. Etwa 10 000 nicht marschfähige Häftlinge wurden dann mit allen Finessen für diese Transporte zusammengebracht. Von allen wurde die Bekleidung aus der Effektenkammer in Bahnwaggons verladen und ein Teil der in der Effektenkammer beschäftigten Häftlinge fuhr in diesen Waggons mit, als deren Ziel Bergen- Belsen bei Celle angegeben war.
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