distische Maßnahme der Kommissare, um den einfachen Soldaten zur höchsten Tapferkeit anzustacheln".
Damit hatte Goebbels dem deutschen Volke und der ganzen Welt wieder einmal beteuert ,,, kein Kind, kein Engel ist so rein", wie die SS. Vor aller Welt verschwieg er, daß in den KŹ die Kriegsgefangenen gezwungen wurden, sich zu besonderen Formationen militärischer Art zusammenzustellen, um in den Reihen der Waffen- SS gegen ihre eigenen Landsleute zu kämpfen: ,, Landeseigene Verbände" nannte man diese Truppenverbände und der Name Wlassow braucht nur in diesem Zusammenhang als einer der bekanntesten genannt zu werden. Doch darüber noch an anderer Stelle.
Zunächst galt im Lager der Kampf dem Fleckfieber und der Ruhr, weil die SS um ihr Leben und ihre Gesundheit bangte. Nach außen wurde nichts von dem furchtbaren Wüten des Fleckfiebers im Lager lautbar. Dieses verschwieg Goebbels dem deutschen Volke; aber er ließ durch die Nazipresse berichten, daß in anderen Ländern das Fleckfieber grassierte, um die Aufmerksamkeit von hier ab und woanders hinzulenken, wie es stets der Rundfunk und die Nazipresse machten.
Man ging dem Fleckfieber mit Blausäuregas zu Leibe, von der Hamburger Firma Tesch und Stavenow hergestellt, jener Firma, die auch das Gas für die Massentötungen der Häftlinge in den Gaskammern lieferte. Die Häftlinge wurden in andere Blocks für einige Tage einquartiert und dann die verseuchten Blocks vergast, nachdem sie zuvor mit Klebestreifen luftdicht abgeschlossen wurden. Auch die Häftlinge selbst wurden desinfiziert und erhielten nach Möglichkeit sterile Kleidungsstücke.
Nach der Block vergasung mußten die Blocks noch etwa zwei Tage auslüften, um Nachwirkungen des Gases zu verhüten. In einem der Russenblocks wurde diese Vorsichtsmaẞnahme nicht getroffen. Nach oberflächlicher Durchlüftung muẞten die Russen schon in der nächsten Nacht wieder im vergasten Block schlafen. Da das Gas geruchlos war, so wurde es nicht wahrgenommen. Am nächsten Morgen, es war der 24. Dezember 1941, hatten 42 russische Kriegsgefangene dent Tod in diesem Block gefunden.
Es muß besonders festgehalten werden, daß die Lagerführung die kriegsgefangenen Russen in zwei Kategorien einteilte eine, die zum Sterben von vornherein bestimmt war und eine zweite, die kleinere Gruppe, welche zur Arbeit eingesetzt wurde, die sog. ,, Arbeitsrussen", zumeist Leute von kräftiger Statur und mit Fachkenntnissen. Wenn der Aufnahmeabteilung in der Politischen Abteilung bekannt wurde, daß die Kriegsgefangenen- Zugänge am Leben bleiben sollten, erging die Anweisung, neben der üblichen Personalkarte auch noch eine ,, Sterbefallanzeige" auszufüllen, weil die Sterblichkeit ohnehin sehr groß war und die ,, Totenabteilung" nachträglich Schwierigkeiten mit der Anzeige an die Angehörigen hatte.
Als der derzeitige Chef der Politischen Abteilung, Untersturmführer Frerichs, gelegentlich der Ausfüllung von Karteikarten sah, daß zugleich Sterbefallanzeigen mit ausgefüllt wur
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