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festgestellt wurde, auch andere Häftlinge daran waren, wurde am 16. November die Lagerquarantäne ange­ordnet und sämtliche Russentransporte gesperrt. Die Verbren­nungsöfen hatten genügend zu tun, die Leichen der ,, regular" Verstorbenen zu verbrennen.

Inzwischen war man in Moskau hellhörig geworden; denn Mauern und Stacheldraht des KZ hatten das Hinausdringen der Berichte über diese furchtbaren Mordtaten nicht verhindern können. Weder schärfste Kontrolle der Briefe noch das Ver­bot an die Außenkommandos, den mit ihnen zusammenarbei­tenden Zivilisten Berichte aus dem Lager zu geben, hinderten das Bekanntwerden dieser grauenhaften Vorkommnisse.

Die Lagerführung hatte keine Ahnung, daß sich im Lager schon seit langem ein enger Kreis Intellektueller unter den Po­ litischen zusammengeschlossen hatte, welche Goebbels Konkur­renz machte und die Ätherwellen in ihren Dienst stellte. Hier­über wird unter ,, Widerstandsbewegung" noch ausführlich be­richtet.

Die Sowjetpresse muß Josef Goebbels arg zu schaffen ge­macht haben, denn der ,, Völkische Beobachter" brachte in der Ausgabe vom 26. November 1941 Nachstehendes, das fast wie ein Dementi anmutet:

,, Aus den Kämpfen vor Moskau wird in steigendem Maße das Überlaufen bolschewistischer Soldaten gemeldet. Um dieser Krise entgegenzuwirken, sieht sich die Regie­rung Stalins veranlaßt, in einer Note über Greueltaten deut­scher Soldaten an sowjetischen Gefangenen zu berichten. Die deutsche Wehrmacht und die mit ihr kämpfenden verbün­deten Truppen sehen mit tiefster Verachtung auf derartige Falschmeldungen, durch die das bestialische Verhalten bol­schewistischer Horden verschleiert und deren Kampfmoral gehoben werden soll."

Am Schluß heißt es in dieser Nummer weiter:

,, Heuchlerische Note der Moskauer Verbrecher"

Wie das Oberkommando der Wehrmacht berichtet, sind auch verzeich­an der Ostfront besondere Erfolge zu nen, und von den Kämpfen vor Moskau wird gemeldet, daß bolschewistische Soldaten in steigendem Maße zu den deut­schen Linien überlaufen.

Diese für Stalin so bedenkliche Entwicklung hat nun den Kremlmachthaber zu einer ebenso schamlosen wie zy­nischen Note veranlaßt, in der angebliche Greueltaten deut­scher Soldaten an bolschewistischen Gefangenen behauptet werden. Eine derartige Gemeinheit kann tatsächlich nur von dem Gehirn eines Menschen erfunden werden, der in einer zwanzigjährigen Blutherrschaft bewiesen hat, daß ihm ein Menschenleben weniger bedeutet als ein Staubkorn."

Schon einige Tage vorher brachte ,, Das Reich" in seiner Nr. vom 23. November eine ähnliche Mitteilung:

,, Der sowjetische Fliegeroberst T( Sowjetsoldat): Die Verbreitung des Gerüchts, daß Sowjets in deutscher Gefangenschaft getötet würden, sei lediglich eine propagan­

9 Lienau, Zwölf Jahre Nacht

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