Am nächsten Tag, einem Sonntag, wurden beide ans Tor gestellt und vor dem Fenster der Blockführerstube plaziert. Als sich die Häftlinge nach dem Mittagessen auf dem Appell­platz ergingen, fielen plötzlich zwei Schüsse. Sie hatten den beiden Russen gegolten, die entseelt zusammenbrachen. Die Leichenträger holten die Toten ab und legten sie in einen Sarg, den sie zunächst in den Leichenabstellraum des kleinen Kre­matoriums brachten.

Als am Montag- Morgen die Krematoriums- Häftlinge zur Arbeit antraten und die Tür zum Abstellraum öffneten, hatte sich einer der Erschossenen, der nur schwer verletzt war, aus dem Sarg herausgearbeitet und bat die Eintretenden flehentlich um sein Leben. Eine Kugel des Hauptscharführers Klein von Krematorium machte auch dem Leben dieses Schwerverletzten ein schnelles Ende.

Die Zahl der Ermordeten wuchs in einem Maße, daß so­wohl die beiden Öfen des kleinen Krematoriums als auch die Öfen der fahrbaren Krematorien das Verbrennen der Leichen nicht schaffen konnten. Vor dem Mordschuppen häufen sich die Leichen; es wurde zunächst ein Ruhetag eingelegt, an dem keine Russen erschossen wurden.

In Voraussicht der sich lawinenhaft mehrenden Sterbe­fälle, nicht allein durch Morde, hatte die Lagerleitung den Bau eines neuen Krematoriums angeordnet, an dessen Fertig­stellung unter dem Bauvorhaben, Wärmehalle" fieberhaft ge­arbeitet wurde. Es wurde ein Menschenschlachthaus mit allen Raffinessen, darunter auch Gaskammern, erbaut.

Von meinen Kameraden Walter Franz und Karl Sieck, welche im Erkennungsdienst der Politischen Abteilung der Kom­mandantur beschäftigt wurden, erhielt ich die vertrauliche Mit­teilung, daß größere Mengen Agfa - Fotomaterial für die Auf­nahme der vor dem Mordschuppen liegenden Leichenhaufen bereitgestellt waren. Die beiden Kameraden, welche später beim Bombensuchen ums Leben kamen, mußten diese Bilder entwickeln und behielten einige Abzüge für sich zurück, die meinem Kameraden Büge und mir gezeigt wurden.

Als bald darauf Josef Goebbels in Berlin eine seiner be­kannten Propaganda- Ausstellungen veranstaltete unter der bom­bastischen Überschrift ,, Bolschewistische Greuel im Sowjet­paradies" und auch Abbildungen darüber in den Illustrierten erschienen, da mußten wir Eingeweihten im Lager die Fest­stellung machen, daß es sich um jene Aufnahmen handelte, welche die SS wochenlang vorher von den Leichenhaufen vor dem Mordschuppen im Industriehof gemacht hatte.

Das Morden nahm seinen ungehinderten Fortgang, bis die toten Russen sich rächten. Sie hatten die Ruhr und die Klei­derlaus, den Träger des Fleckfiebers mit in das Lager gebracht, das nunmehr begann, nicht nur den Häftlingen, sondern auch der SS gefährlich und unheimlich zu werden. Das erste Opfer unter der SS war der Scharführer Homann, einer der wenigen Blockführer, der sich von Mißhandlungen und dem Morden ferngehalten hatte. Als bei ihm der Tod durch Fleckfieber

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